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Buchbesprechung: Angewandte Psychologie für Projektmanager

Heinz Schelle
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Beschreibung
Vor zehn Jahren hätte ich noch nicht zu hoffen gewagt, dass einmal ein solches Buch auf dem Markt erscheinen würde. Natürlich beschäftigen sich Psychologen und solche, die sich dafür halten, schon seit einiger Zeit mit Leistungserstellung mit Projektcharakter. Seriöse Publikationen, wie etwa das Werk von Hansel und Lomnitz, sind allerdings bisher die Ausnahme geblieben. Jetzt haben sich 33 Autoren, entweder Praktiker mit entsprechender Ausbildung oder renommierte Hochschullehrer, mit 17 verschiedenen Themenfeldern auseinandergesetzt und ein faszinierendes Werk geschaffen, das, auch was die Didaktik betrifft, keine Wünsche offen lässt. In der Einführung zeigen Lutz von Rosenstiel (emeritierter Professor für Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, LMU), Isabell Braumandl und Monika Wastian, wie die Angewandte Psychologie und die Organisationspsychologie als ein Beispiel Angewandter Psychologie arbeiten und welche Rolle die Organisationspsychologen in der Praxis des Projektmanagements spielen können. Bereits diese Ausführungen müssten jeden davon überzeugen, dass in diesen Fächern, mit denen unsere Disziplin bisher zumindest in Deutschland nur wenig Kontakt hatte, ein großes Potenzial für das Projektmanagement liegt. Die Herausgeber und Autoren sind weit entfernt davon, uns nur die Fülle der empirischen Ergebnisse, die sich angesammelt haben, zu präsentieren. Vielmehr nehmen sie ihren selbst gestellten Auftrag, dem Projektmanager Hilfestellung zu geben, sehr ernst. Das zeigt sich bereits in der Standardgliederung, die konsequent für alle Beiträge durchgehalten wird. Sie lautet folgendermaßen:
  • Das Problem

  • Hintergrund und Relevanz aus psychologischer Sicht

  • Ansatzpunkte für Verbesserungen
Das äußerst lobenswerte Bemühen, dem Projektmanager im Alltag zu helfen, ist durchgehend zu spüren und wird bewundernswert kompetent unterstützt durch sehr informative Fallstudien, die sachkundig kommentiert werden, durch viele Checklisten, übersichtliche Marginalien und durch zahlreiche, im Text besonders hervorgehobene Hinweise. Es ist beim beruflichen Hintergrund der Verfasser fast überflüssig zu erwähnen, dass am Ende eines Kapitels eine sorgfältige Literaturliste zu finden ist, die auch neueste Publikationen enthält. Um einen Punkt gleich vorab zu erwähnen: Die Analyse der Fallbeispiele aus der Sicht der Organisationspsychologie hat mich immer wieder verblüfft und bei mir erhebliche Aha-Erlebnisse hervorgerufen. So konnte ich etwa in dem Beispiel auf S. 43 (Erarbeitung einer Standortempfehlung durch ein dreiköpfiges Projektteam) auf den ersten Blick keine wesentlichen Fehler entdecken, vielmehr habe ich das Verhalten der Gruppe als ganz normal empfunden. Die Kommentierung hat mir dann aber die Augen geöffnet.
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