Machtprozesse spielen in Projekten eine zentrale Rolle, Macht fördert, Macht hindert.
Ein starker Auftraggeber ist häufig eine wichtige Voraussetzung für den Projekterfolg, denn er entscheidet über die Priorität des Projektes, er ist in Lage, die notwendigen Entscheidungen zu treffen bzw. herbei zuführen. Er hält den Schirm auf, damit das Projekt nicht im Regen steht. Machtpromotoren können Projek-te erheblich unterstützen, sei es bei inhaltlichen, finanziellen oder personellen Fragen. Sie können durch ihre Worte und Taten die Akzeptanz des Projektes positiv beeinflussen. Deshalb ist es verständlich, dass die Suche nach geeigneten Machtpromotoren zur politischen Aufgabe der Projektleitung gehört.
Viele Projektleiter wissen aus eigener Erfahrung, dass durch Machtprozesse die Projektarbeit auch erheb-lich blockiert werden kann. Was tun, wenn Entscheidungen ständig vertagt werden? Wie verhält sich die Projektleitung, wenn die Ziele im Lenkungsausschuss ständig verändert werden und der Endtermin trotz-dem bestehen bleibt? Projektmitarbeiter erschweren die Zusammenarbeit im Team erheblich, weil sie be-stimmte Vorgaben von ihrer Bereichsleitung mit auf den Weg bekommen haben. Entscheidungen über Start und Abbruch eines Projekts, über Budgets und personelle Kapazitäten und damit über Erfolg und Misserfolg, ‑ sie alle beruhen auf Macht. Projektverantwortliche auf unterschiedlichen Hierarchiestufen müssen sich mit Macht auseinandersetzen ob es ihnen gefällt oder nicht. Professionelle Projektleitung kann Machtprozesse erkennen, weiß mit Macht umzugehen und diese im Sinne der Projektziele zu nutzen.
Gero Lomnitz stellt in seinem Beitrag die Bedeutung von Machtprozessen für die Projektarbeit dar. Anhand von Beispielen aus dem Projektalltag schildert er Praxisprobleme, die aus negativen Machtprozessen ent-stehen. Er zeigt, wie Sie diese erkennen können und gibt Tipps für den Umgang mit dem Phänomen Macht im Projektalltag.
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