Während der Testphase kämpfte das IT-Projektteam mit mächtigen Problemen. Einige Komponenten der neuen Business- Software, die das Team entwickelte, versagten bei den Tests. Auch wurden über Nacht zwei wichtige Programmierer in ein anderes Projekt abgerufen. Obendrein wechselte der Ansprechpartner bei einem Zulieferer; sein Nachfolger musste sich mühevoll einarbeiten. „Diesen Schlamassel konnten wir nicht ahnen“, entschuldigte sich der Projektmanager für die entstandenen Terminverzögerungen. Doch solche Ausflüchte lassen Projektmanagement-Fachleute nicht gelten. Viele der Schwierigkeiten, die das Projekt im Zeitplan um drei Monate zurückwarfen, waren beim Projektstart absehbar. Zu diesem frühen Zeitpunkt hätte sich das Team gut gegen die Kalamitäten wappnen können.
Risikomanagement zählt zu den wichtigsten Aufgaben bei Projekten. Doch viele Beteiligte drücken sich um diese Aufgabe. Einige Projektmanager stecken angesichts der Gefahren ihres Vorhabens den Kopf in den Sand und scheuen sachliche Bestandsaufnahme und Diskussion. Andere verschleiern die Risiken mit pseudowissenschaftlichen Zahlenkolonnen. „Manche Projektmanager versuchen ‚im stillen Kämmerchen‘ die Risiken zu analysieren und Vorsorge zu treffen“, hat Projektmanagement- Fachmann Stephan Holzgruber beobachtet. Ein großer Fehler! Für gutes Risikomanagement sei es entscheidend, die Gefahren aus vielen Blickwinkeln und durch die Brille unterschiedlicher Fachleute zu betrachten. „Risikomanagement ist Teamwork aller Beteiligter“, erklärt der 42-jährige Spezialist bei der Unternehmensberatung „next level consulting“ (Bonn). In fünf Schritten bekommen Profis die Risiken von Projekten in den Griff.
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