Vom Charakter des Wissensmanagement in der Produktentwicklung ‑ Typische Probleme mit einer anderen Brille betrachtet
„Seit wir die neue Organisation haben, hat der Austausch mit den Kollegen aus dem anderen Bereich deutlich nachgelassen.“ Das war die Aussage eines Entwicklers auf die Frage nach seiner Wahrnehmung des bereichsübergreifenden Wissensaustausches. Was war passiert? Mitte der 90er Jahre wurde die Organisation eines erfolgreichen Unternehmens mit mehreren tausend Mitarbeitern in verschiedenen Ländern in Divisionen aufgeteilt, die die volle Profit-Verantwortung übernahmen. Damit ging auch eine organisatorische und räumliche Aufspaltung der Entwicklungsbereiche einher. So sinnvoll diese Trennung gewesen sein mag, auf operativer Ebene kam es zu Doppelentwicklungen und Wiederholungsfehlern. Lediglich langjährige Mitarbeiter, die bereits vor der Reorganisation über etablierte Netzwerke verfügten, konnten die Möglichkeiten des informellen Erfahrungsaustausches für ihre Arbeit nutzen. Für uns, die wir zu Beginn des Projektes Inno-how als externe Beobachter die ersten Interviews führten, hat diese Aussage auf den Punkt gebracht, worum es beim Wissensmanagement in der Produktentwicklung geht: Die direkte Vernetzung der Know-how Träger gezielt unterstützt und ergänzt durch die Organisation bzw. die Gestaltung der Bedingungen dieser Vernetzung.
Lesen Sie das Geleitwort von Professor Hans-Jörg Bullinger und das erste Kapitel aus dem Buch "Wissen vernetzen" von Hans-Georg Schnauffer, Brigitte Stieler-Lorenz, Sibylle Peters (Hrsg.) mit freundlicher Genehmigung der Springer Verlag GmbH.
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