E-Interview zum Thema Interdisziplinäres Denken als Erfolgsfaktor: "Querdenken erfordert Zeit und Muße ‑ zwei Ressourcen, die von Tag zu Tag knapper und wertvoller werden."
Herr Thomsen, was bedeutet für Sie Querdenken?
In unserer Gegenwart verändert sich die Welt schneller als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Gleichzeitig wird sie auch immer komplexer. Doch es ist nicht durch lineare Fortschreibung der Vergangenheit, mit der die besten und wertvollsten Innovationen entstehen, sondern durch das Anwenden von „anderen Fragen“. Diese Fragen müssen von Querdenkern - manchmal auch Stör-Denker genannt - gestellt werden. Sie erscheinen bisweilen höchst unbequem, da sie uns nötigen, unsere gewohnten Denkpfade zu verlassen. Wer sich kontinuierlich auf diese Herausforderung einlässt, der kann wirkliche Innovationen schaffen. „Nicht die Antwort erhellt, sondern die Frage“ (Eugène Ionesco.)
Welcher Querdenker in der Geschichte wären Sie gerne gewesen und weshalb?
Der für mich interessanteste Querdenker lebt in der Gegenwart: Jeremy Rifkin hat mit seiner Art, die Trends und Entwicklungen der Gegenwart als Zukunftsszenarien zu beschreiben schon mehrfach Meilensteine im Quer- und Vordenken gesetzt. Rifkin ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Impulsgeber für die Herausforderungen, vor denen wir als Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts stehen.
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