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Virtual Roundtable "Risikomanagement – Werttreiber oder regulatorische Bremse?"
Auch sechs Jahre nach der Einführung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) erfüllt nach einer aktuellen Studie von Ernst & Young, basierend auf einer Befragung von 500 börsennotierten und nicht börsennotierten Unternehmen, ein Drittel aller börsennotierten Unternehmen nicht die gesetzlichen Anforderungen; bei den nicht börsennotierten sieht es mit dem Risikomanagement noch schlechter aus. Dabei dient ein richtig verstandenes Risikomanagement nicht nur zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, sondern kann auch ein hilfreiches Instrument zur wertorientierten Unternehmensführung sein.
Ausgehend von diesen Ergebnissen beschäftigt der Roundtable sich zunächst mit den Fragen, wie es kommen kann, dass Risikomanagement vielfach als lästige Pflicht und nicht als wertvolles Steuerungsinstrument empfunden wird, warum in vielen Unternehmen der Betrachtung (negativer) Risiken nicht eine gleichrangige Chancenanalyse gegenübersteht, welche Wettbewerbsvorteile Unternehmen aus ihrem Risikomanagement ziehen können und ob die Einführung eines Risikomanagements überhaupt per Gesetz verordnet werden kann.
Im zweiten Teil dieses Roundtable geht es um die z.Zt. in der Einführungs- bzw. der Vorbereitungsphase befindlichen gesetzlichen Vorschriften Basel II und Solvency II für die Banken- und Versicherungsbranche. Vor diesem Hintergrund wird den Fragen nachgegangen, wie weit das Risikomanagement in Banken und Versicherungen entwickelt ist, und ob die beiden Branche von den Erkenntnissen der jeweils anderen profitieren können. Außerdem werden inhaltliche Übereinstimmungen und Unterschiede sowie die unterschiedlichen Zeitpläne dieser gesetzlichen Regelungen und ihre potentiellen Auswirkungen sowohl auf einzelne Unternehmen als auch auf die jeweiligen Branchen und den gesamten Markt für Finanzdienstleistungen diskutiert.
An diesem gemeinsamen Roundtable von RiskNET und Competence Site haben sich führende Experten aus Banken und Versicherungen sowie Beratungen, Softwareanbietern und Hochschulen beteiligt.
Übersicht über die Teilnehmer des Roundtables (Über den Link zu jedem Teilnehmer können Sie seine Antworten zu allen Fragen nachlesen.):
Übersicht über die Fragen des Roundtables:
1) Risiko und Chance sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille. In vielen Unternehmen und vor allem in der Bevölkerung wird unter Risiko jedoch immer nur der Gefahrenaspekt betrachtet. Was sind die Ursachen? Zu den Antworten
2) Risikobeurteilung hängt sehr stark von unserer Risikowahrnehmung ab. Unsere Wahrnehmung wird dabei aber auch von Moden, Meinungen, Moralvorstellungen und zahllosen anderen Einflussfaktoren geprägt. Diese Rahmenbedingungen der Risikowahrnehmung führen in Verbindung mit unseren genetisch bedingten, anerzogenen und erlernten Einstellungs- und Verhaltensmustern zur psychischen Risikowahrnehmung, die aufgrund psycho-sozialer Unterschiede bei jedem Entscheider differenziert ausfallen kann. Was für den einen aufgrund seiner Risikoaversion ein Unsicherheit stiftendes Risiko ist, braucht für den anderen aufgrund dessen Risikofreude noch lange keine Unsicherheit zu provozieren. Risikobewertung hängt somit von unserer Risikoeinstellung und der von dieser induzierten psychischen Risikowahrnehmung ab. Ist vor diesem Hintergrund überhaupt eine objektive Risikobewertung möglich? Zu den Antworten
3) Inwieweit betrachten Sie den gegenwärtigen Zustand im Risiko-Management von Banken, Versicherungen und Unternehmen als zufrieden stellend und welche Impulse gibt in diesem Kontext Basel II bzw. Solvency II? Zu den Antworten
4) In den letzten Jahren konnte man einen starken Wandel des Bewusstseins gegenüber Risiken und dem Thema Risikomanagement – sowohl in der Assekuranz als auch bei Banken – beobachten. Welche Ursachen sind für diese veränderte Sichtweise ausschlaggebend? Sind die Treiber eher auf der Seite des Kapitalmarktes oder eher auf der Seite der Regulatoren zu finden? Zu den Antworten
5) Um Defizite im Risikomanagement zu beseitigen, wurde in den letzten Jahren ja eine Fülle von Gesetzen und Vorschriften (KonTraG, Sarbanes-Oxley, Basel II etc.) verabschiedet. Was allerdings bleibt, ist die grundsätzliche Frage, ob diese Regelungen ihre Ziele auch tatsächlich erreicht haben. Anders formuliert: Kann Risikomanagement überhaupt per Gesetz verordnet werden? Zu den Antworten
6) Sehen Sie durch die unterschiedlichen Zeitachsen von Basel II und Solvency II die Gefahr, dass das Ziel eines „Level Playing Field“ nicht erreicht wird? Zu den Antworten
7) Neben Basel II und Solvency II bewegt die Finanzdienstleister derzeit vor allem das Thema IFRS. Obwohl beide Bereiche eine Vielzahl von Berührungspunkten aufweisen, gewinnt man den Eindruck, dass sie sowohl auf regulatorischer Seite, als auch innerhalb der Unternehmen weitgehend getrennt bearbeitet werden (etwa mit unterschiedlichen Zeitplänen, von unterschiedlichen Abteilungen). Wie können diese Themen besser integriert werden, und was ist zu tun, um eventuelle Verzögerungen und Doppelarbeiten zu vermeiden? Zu den Antworten
8) Basel II und auch Solvency II fokussiert vor allem auf eine Portfoliosicht innerhalb des Banken- bzw. Versicherungssektors. Systemische Risiken werden bei beiden Rahmenwerken teilweise ausgeblendet. Welchen Einfluss können hier systemische Risiken ausüben (etwa nicht mehr beherrschbare Kettenreaktionen an den Finanzmärkten)? Zu den Antworten
9) Bis zu welchem Grad kann die Solidität und Stabilität des internationalen Finanzsystems grundsätzlich mit einer regulatorischen Rahmenvereinbarung wie Basel II bzw. Solvency II sichergestellt werden? Zu den Antworten
10) Der langfristige Erfolg im Versicherungs- und auch Bankgeschäft wird sehr stark von der Qualität des Risikomanagements definiert. Verschaffen sich Banken und Versicherer, die über gute und effiziente Instrumente zur Messung und Steuerung ihrer Risiken verfügen, einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil? Zu den Antworten
11) Kann man im Zusammenhang von Basel II und Solvency II von einem Paradigmenwechsel reden? Zukünftig wird sowohl bei Banken als auch bei Versicherungen die Größe Risikokapital eine ganz wesentliche Steuerungsgröße sein. Oder ist es eher so, dass sich die Regularien einfach nur der Realität in den Unternehmen annähern? Zu den Antworten
12) Stichwort operationelle Risiken und moderne dynamische Bewertungsmethoden im Bereich von Markt- und Kreditrisiken: Wo sind die Kernbereiche, in denen die Banken von der Assekuranz und umgekehrt die Assekuranz von den Banken lernen können? Zu den Antworten
13) Wird die Wettbewerbsposition der Banken und Versicherungen durch Basel II und Solvency II eher gestärkt oder geschwächt? Zu den Antworten
14) Vor allem im Mittelstand weckte Basel II Befürchtungen, dass es künftig wesentlich schwieriger sein werde, Kredite zu erhalten. Wird Solvency II ähnliche Wirkungen entfalten? Was kommt hier auf die Kunden zu? Zu den Antworten
15) Besteht das grundsätzliche Risiko, dass einzelne Risiken (etwa Kreditrisiken) von regulierten Sektoren in weniger regulierte Sektoren wandern? Zu den Antworten
16) Welche Entwicklungen erwarten Sie in den nächsten Jahren im Bereich der traditionellen und alternativen Risikofinanzierung? Zu den Antworten
17) Ein Blick in die Kristallkugel. Welche Risikolandkarte erwarten Sie in den nächsten Jahren? Zu den Antworten |
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