Die Rohstoffmärkte waren im Mai geprägt von einer schnellen und starken Korrektur in den ersten Tagen, die im weiteren Monatsverlauf dann in dem Versuch einer Bodenbildung mündete. Vor allem der Silberpreis geriet dabei kräftig unter Druck, nachdem er in den Vormonaten allerdings auch überproportional stark gestiegen war. Bereits in der vergangenen Ausgabe war hier auf die sich häufenden Warnsignale bei Silber hingewiesen worden. Nachdem das „kleine“ Edelmetall die mehr als 30 Jahre lang gültigen Rekordstände übersprungen und das viel beachtete Gold-Silber-Ratio auf den niedrigsten Stand seit 28 Jahren gefallen war, kam der Einbruch beim Silberpreis nicht wirklich überraschend. Von dem neuen Rekordhoch bei rund 50 US-Dollar fiel der Preis pro Feinunze in knapp zwei Wochen im Tief um mehr als ein Drittel auf gut 32 US-Dollar. Begleitet wurde dieser Crash von massiven Verkäufen spekulativer Finanzinvestoren sowie ebenfalls deutlichen Abflüssen bei börsengehandelten Silber-Fonds mit physischer Hinterlegung. Zum Monatsende hin waren allerdings die so genannten „Commercials“ (bedeutende institutionelle Investoren) schon wieder deutlich optimistischer, was zusammen mit den hohen Umsätzen (Panik-Tief) während des Einbruchs sowie der deutlich verschlechterten Stimmung gegenüber dem Edelmetall zumindest kurzfristig für eine erfolgreiche Stabilisierung sprechen könnte.
Beim Goldpreis, der von seinem Anfang Mai erzielten Hoch bei rund 1.580 US-Dollar während der Korrektur weniger als 10% an Wert einbüßte, konnte aus charttechnischer Sicht der seit Ende Januar laufende Aufwärtstrend noch erfolgreich verteidigt werden, was positiv zu werten ist. Geholfen hat dem größeren der beiden hier besprochenen Edelmetalle dabei erneut der Status des „Sicheren Hafens“. Nachdem Standard & Poor‘s® den Rating-Ausblick für Italien auf „negativ“ und zudem Fitch die Bonität Griechenlands noch einmal um drei Stufen gesenkt hatten, hat sich die Schuldenkrise in den Euro-Peripherieländern weiter verschärft. Anleger reagieren darauf mittlerweile sehr sensibel und flüchten verstärkt in vermeintlich sichere Anlagen wie zum Beispiel den Goldpreis. Belastend wirkte hingegen der gleichzeitig relativ stark gestiegene US-Dollar, da die Rohstoffpreise mit der amerikanischen Währung negativ korrelieren. So erreichte der in Euro gerechnete Goldpreis Ende Mai bereits ein neues Allzeithoch. [...]
Den vollständigen Beitrag aus dem Kundenmagazin "Marktbeobachtung Juni 2011" von HSBC Trinkaus finden Sie als PDF-Datei im Anhang!
-
0.05 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.



