Die heftigen Kursanstiege vom Februar, als der Kupferpreis ein Rekordhoch von 10.190 US-Dollar pro Tonne verzeichnete, scheinen lange her. Erklären ließen sich diese mit den schwachen Kupfer-Produktionsergebnissen des vorangegangenen vierten Jahresquartals 2010, der starken volkswirtschaftlichen Daten von China, dem Einfluss der Einführung neuer Kupfer-ETFs von JP Morgan und Blackrock und dem günstiger werdenden US-Dollar. In jenen Tagen wurden noch künftige Preishochs von 13.500 US-Dollar prognostiziert – doch heute sieht es gänzlich anders aus.
Die Hausse-Phase ist überwunden – im Verlauf der letzten Handelswoche fielen die Kupferwerte so tief wie zuletzt im November 2010. Die Rohstoffblase, die sich in den vergangenen Monaten aufgebaut hatte, droht zu platzen. Zwar konnte der Kupferpreis am Dienstagmorgen mit einem Plus von 1,28 Prozent auf 8.922 US-Dollar steigen, doch einige Experten rechnen mit einem andauernden Abwärtstrend.
In den vergangenen Monaten war der chinesische Kupfer-Konsum, der mit einem Anteil von 38 Prozent am weltweiten Kupfer-Konsum den Größten darstellt, gesunken. Analog dazu fielen die Kupfer-Importe Chinas im Laufe des ersten Jahresquartals von 754.581 auf 595.963 Tonnen und somit um 21 Prozent. Desweiteren wirkte sich auch die starke Aufwertung des US-Dollars (da die meisten Rohstoffe in der US-Währung bezahlt werden), die erneut zum Ausdruck kommenden griechischen Schuldensorgen, die nicht (wie vorgesehen) durchgeführte Leitzinserhöhung der EZB und die erneute Verschärfung der chinesischen Geldpolitik nachteilig auf die Performance des Kupferwertes aus.
Der Rückgang der chinesischen Kupfer-Importe veranlasste ebenfalls zahlreiche Anleger dazu, zu verkaufen. Jedoch rührte diese Verminderung der Importe vor allem vom Schwund der Arbitrage-Geschäfte her, was viele Marktteilnehmer dazu animierte, auf eine nachlassende Wirtschaftsleistung Chinas zu setzen. Bisher machten sich Arbitrage-Händler die Differenz von den Kupferpreisen an der Börse LME in London und der SHFE in Shanghai zunutze und verkauften das billiger gewordene Industriemetall an der asiatischen Heimatbörse. Doch zuletzt hatte sich die Preisdifferenz an den beiden Börsen verschmälert, da die chinesische Zentralbank die Zinsen anhob. Folglich erfolgten deutlich weniger Arbitrage-Geschäfte, was die Importe fallen ließ. [...]
Weiteres aus dem Inhalt:
- Edelmetalle: Gold – wird leicht nachgefragt
- Energierohstoffe: WTI – negative Entwicklung
- Industriemetalle: Kupfer – Abwärtstrend
- Agrarrohstoffe: Baumwolle – Aufwärtsbewegung
- Aktuelle Fowardkurven
- Partizipations-Zertifikate
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