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Das Informationsmanagement ist tot! Lang lebe das Informationsmanagement!

Björn Negelmann
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Herausgebende Organisation
Beschreibung

Die Globalisierung fordert einen hohen Tribut ‑ die Märkte wachsen zusammen und der Wettbewerb erhält eine neue Dimension. Was hat das mit Informationsmanagement zu tun? Ganz einfach: In wettbewerbsintensiven Märkten müssen Unternehmen sowohl effizient als auch ständig innovativ sein, um dem Konkurrenzdruck standzuhalten.

Ein aktuelles Arbeitspapier der Harvard Business School unter dem Titel „Wellsprings of Creation: Perturbation and the Paradox of the Highly Disciplined Organization“ (Quelle: http://hbswk.hbs.edu/item/5998. html) zeigt, dass ein wichtiges Element für die Erreichung bzw. Steigerung der Innovationsfähigkeit in einer prozesseffizienten und hierarchisch durchstrukturierten Organisation die Zulassung von Störungen (Perturbation) ist: Probleme des Prozessablaufes, Reklamationen oder Anwendungsprobleme des Kunden und negative Ergebnisse sollen über Organisationsgrenzen hinweg transparent gemacht werden, einen kollektiven Problemlösungsprozess induzieren und den Anstoß für Veränderungen und Verbesserungen geben.

Informationsmanagement, wie wir es bisher kennen, ist auf das strukturierte und effiziente Ablegen und Archivieren von Informationen unterschiedlicher Formate ausgelegt. Klassisches Wissensmanagement versucht darüber hinaus, das Wissen über die Organisation und die Prozesse zu erfassen und zu verwalten. Die Ablage und Strukturierung ist meist von oben vorgegeben und erlaubt wenig bis gar keine Abweichung. Der Prozess der Erfassung und Veredelung von Informationen zu Wissen wird durch mehr oder weniger lineare Kooperationsmechanismen koordiniert. Störungen sind nach diesem Verständnis fehlerhafte Vorgänge, die einer Optimierung und noch strikterer Definition der Prozesse bedürfen.

Der „Knowledge Worker“, wie der wissensverarbeitende Mitarbeiter neuerdings bezeichnet wird, hat neue Anforderungen an das Informationsmanagement:

  • Informationseinheiten müssen Gegenstand von Diskussionen werden ‑ es geht nicht mehr um die Verwaltung und Publikation statischer Informationsablagen, sondern um die Koordination und Transparentmachung des Informationsflusses innerhalb einer Organisation.
  • Informationseinheiten stehen in einem mehrdimensionalen sowohl inhaltlichen als auch sozialen Kontext, der sich verändert und unterschiedlich interpretiert wird. Die klassisch hierarchische Ablage von Informationen ist eine zu starke Reduktion dieses Kontextes: Informationen müssen flexibel verschlagwortet und in Beziehung zu den Autoren und Nutzern gesetzt werden.
  • Informationseinheiten können in unterschiedlichem Format unterschiedliche Inhaltstiefen transportieren ‑ Audio und Video stehen gleichberechtigt neben Text und Meta-Information. Inhalte werden zunehmend in Echtzeit verbreitet, müssen aber auch historisch abgelegt sein.

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