- Herr Röhrig, fühlen Sie sich mit Ihrem MES-X/Time zu ERP oder Shop Floor hingezogen?
Shop Floor ist ein Funktionsbereich von MES und ein eigenständiger Regelkreis unterhalb eines ERP-Systems. Auf der Grundlage des aktuellen Betriebsgeschehens wird so eine möglichst effiziente und unterbrechungsfreie Produktion gewährleistet.
- Welche Messe ist für MES die Beste?
Keine, denn es fehlt eine Messe für MES. Im Personalbereich haben sich Fachmessen wie die Personal oder auch Zukunft Personal etabliert. Die Digital Factory auf der Hannover Messe ist damit leider nicht vergleichbar. Die Control in Stuttgart bedient einen Aspekt von MES.
- Können Anwender mehr Standards nach MESA, ISA 95 oder Kennzahlencockpit erwarten?
Ich denke schon. Standardisierung ist etwas, was grundsätzlich stetig voranschreitet. Aktuell klärt ein Normenausschuss unter Federführung des VDMA das Thema Normung voranzutreiben. Wir bringen uns dort auch ein, weil wir davon überzeugt sind, dass der Markt eine bessere Transparenz benötigt und dieselben Begriffe auch dieselbe Bedeutung haben müssen.
- Wie weit sind wir noch von der standardisierten Verbindung ERP, MES und Shop Floor entfernt?
Aus unserer Sicht gibt es diese Standards zum Teil schon, wenn auch nur als Defacto-Standards. Mit SAP hat sich ein ERP-Anbieter hier sicherlich durch Festlegung und Dokumentation von Kommunikationsrichtlinien verdient gemacht. Viele Anbieter von MES-Systemen müssen diese Richtlinien erfüllen und durch eine Zertifizierung nachweisen, wenn sie bei einem Kunden mit dem SAP-System kommunizieren und Daten austauschen wollen. Dies führt in der Praxis sogar dazu, dass ein MES-System aus mehreren Modulen unterschiedlicher Hersteller zusammengesetzt sein kann, da die Integration und der Datenaustausch über diese seitens SAP festgelegte Kommunikation betrieben wird.
>>Dieser Fachartikel ist erstmals in der Fachzeitschrift "Industrieanzeiger|Ausgabe: 2010/014" erschienen.<<
Mit freundlicher Genehmigung des Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH