- Die großen Hard- und Softwareanbieter, aber auch Cloud Service Provider preisen derzeit die Vorteile des Cloud Computings an und wie ihre Angebote Firmen schnell zu erheblichen Business- und finanziellen Vorteilen verhelfen können. Doch die Implementierung dieser Lösungen geht oft mit nachhaltigen Auswirkungen auf den IT-Betrieb sowie die Leistungsfähigkeit bzw. die Skills des Betriebspersonal einher.
- In den Visionen der Anbieter für einfaches Cloud Computing in großem Stil geht es um interne Systeme mit tausenden von virtuellen Maschinen und unter Umständen Petabytes an Speicherkapazität in Cloud-Umgebungen, die alle über Netzwerk-Clouds miteinander verbunden sind. Doch das Management solcher Umgebungen wird sich wohl als komplexer herausstellen. Prozesse wie z.B. Change und Incident Management sind in solchen Umgebungen viel komplizierter als mit den heute üblichen verteilten Systemen; auch das Sicherheitsproblem wird sich verschärfen. Damit die Applikationsverfügbarkeit nicht beeinträchtigt wird, sollten Best Practice Prozesse aufgesetzt und ein hoher Automatisierungsgrad erreicht sein, bevor man sich daran macht, interne Clouds aufzubauen, die mehr Prozess-Handling und Automatisierung erfordern.
- Der Rechenzentrumsbetrieb wird durch die Implementierung von Service Computing einem zweiseitigen Problem ausgesetzt – dem Bedarf an neuen operativen Skills und Fähigkeiten der Administratoren einerseits bei gleichzeitig weniger gut ausgebildetem, wechselndem Personal andererseits. Auch steht zu erwarten, dass so mancher Administrator im Rechenzentrum Angst hat, dass aufgrund der höheren Automatisierung, Konsolidierungsmaßnahmen und Self-Service Provisioning sein Job gefährdet ist. Deshalb sollte der derzeitige Stand im Hinblick auf das operative Personal, operative Roadmaps und die Zielumgebung einer Analyse unterworfen und darauf aufbauend entschieden werden, wie die operativen Anforderungen der nächsten fünf Jahre am besten angegangen werden können.
Fazit: Die IT-Verantwortlichen müssen zunächst einmal die Engpässe beim Personal und bei den Prozessen in den Griff bekommen, die im Zusammenhang mit Service Computing Umgebungen entstehen. Erst dann können neue Technologien voll und effektiv eingeführt werden. Diese Herausforderungen zu lösen wird mindestens zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen, was wiederum impliziert, dass der „Beschleunigungspunkt“ im Hinblick auf die Implementierung der nächsten Processing-Welle noch drei bis vier Jahre auf sich warten lässt. Jetzt steht es an, Pläne für Service Computing Umgebungen zu erstellen sowie Regelwerke, Raodmaps und Strategien zu entwickeln, um den Implementierungserfolg zu gewährleisten. In Zusammenarbeit mit strategischen Anbietern müssen Pilotprojekte aufgesetzt werden, mit denen man Erfahrungen sammeln und lernen kann. Außerdem muss die IT-Seite sich auch um entsprechende Geschäfts- und Finanzmodelle für Service Computing kümmern und sich für diese Modelle und die geplante Strategie die Unterstützung der Geschäftsseite sichern, bevor sie von der Markthysterie mitgerissen werden. Bis dahin werden die meisten Unternehmen Cloud Computing sehr selektiv angehen (z.B. vertikale SaaS-Angebote) und eher taktisch einsetzen (z.B. wegen geforderter schneller Markteinführungszeiten).
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