"SaaS ist eben nicht wie Strom aus der Steckdose"
Thomas von Bülow im Competence Site Interview zum SaaSKON 20091. Der SaaSKON hat sich als fester Termin im IT-Veranstaltungskalender etabliert und findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Was ist am Thema SaaS so relevant, kontrovers oder auch neu, dass sich damit ein eigener Kongress füllen lässt?
Vor allem ist SaaS in Deutschland kontrovers. Natürlich wünscht sich jeder, dass er nur noch mit seinem Rechner online gehen muss und alle Funktionen und Daten zur Verfügung hat, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben braucht. Oder noch deutlicher: dass er sich gar keine Gedanken darüber machen muss, von wo die Applikationen und die Daten kommen. Andererseits bezweifeln viele, dass das gehen kann. Und in vielen Bereichen geht es auch noch nicht so. SaaS ist eben nicht wie Strom aus der Steckdose. Das ist es sehr spannend, auf der SaaSKon zu erfahren, was sich inzwischen getan hat, um diese Vision des einfachen und doch sicheren Arbeitens möglich zu machen.
2. Beliebte Einwände von SaaS-Kritikern: Was passiert bei Internet-Downtimes? Sind SaaS-Anwendungen nicht leicht durch Hacker angreifbar? Wie sicher sind meine Daten? Was entgegnen Sie diesen Bedenken als SaaS-Experte?
Schon bei den lokalen IT-Anwendungen gilt schon lange: Redundanz der kritischen Einheiten. Deshalb werden Festplatten gespiegelt und die Anwendungen auf mehreren Servern bereitgestellt. Das ist sehr aufwändig. Das Gleiche gilt bei SaaS. Hier müssen zusätzlich die Internetzugänge redundant ausgelegt werden. Doch da die redundanten Server und Platten bei SaaS von mehreren genutzt werden können, werden die Mehrkosten mehr als ausgeglichen. Übrigens sind SaaS-Anwendungen üblicherweise deutlich besser vor Hackern geschützt, als die üblichen Tätigkeiten im Internet wie Surfen und Emailen, Teilnahme an Communities, die ja auch in vielen Unternehmen längst zum Bestandteil der täglichen Arbeit gehören. Oft wäre wünschenswert, wenn die Mitarbeiter und vor allem die Entscheider die gleiche.Sensibilität, die sie für unternehmenskritische Daten haben auch für ihre persönliche Daten aufbrächten.
3. Welche Trends werden sich beim Thema SaaS bis zur SaaSKON 2010 (und auch darüber hinaus) am deutlichsten herausbilden? Was sollten Entscheider tun, um hier nicht den Anschluss zu verlieren?
Zunehmend mehr Softwarehersteller bieten ihre Anwendungen zumindest als Demo im SaaS an. Das kann eine deutliche qualitative Verbesserung im Softwareauswahlprozess bringen. Zeitliche Verbesserungen in der Softwareeinführungen sind damit jedoch noch kaum zu erwarten. Der Trend geht zu einer deutlich verbesserten Integration von Anwendungen unterschiedlicher Hersteller. Da gerade die unternehmenskritischen Daten ungern herausgegeben werden, werden sich SaaSs herausbilden, die in der Lage sind, Unternehmensdaten, die in lokalen Datenbasen gehalten werden, zu verarbeiten, ohne sie zentral speichern zu müssen. Auch die Techniken verteilter Datenbanken sind noch nicht ausgereizt. Unified Communications stellen einen weiteren Treiber dar, der auch Ton und Bild noch stärker in Prozesse mit einbeziehen wird.
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.




