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Softwarelokalisierung - warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Achim Herrmann
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Man stelle sich nur vor, Kunden wären gezwungen, ausschließlich die englische Microsoft Office-Oberfläche zu nutzen oder ein Bankautomat in Thailand böte nur die Möglichkeit der Nutzerführung in Landessprache. Dass diese Vorgehensweise den technologischen Fortschritt behindern oder eine radikale Marktverschiebung zugunsten lokaler Anbieter mit sich bringen würde, ist exportierenden Unternehmen meist bewusst. Die Möglichkeit, Softwarelokalisierung aus den Entwicklungsabteilungen auszulagern und so wertvolle Ressourcen zu schonen, ist hingegen weit weniger bekannt.

Zeitintensive Arbeit, die keine Programmierkenntnisse voraussetzt, aus der Entwicklungsabteilung nehmen

Wer würde heutzutage eine gedruckte Broschüre zur Übersetzung an seine Agentur schicken oder ein Logo auf Klebestreifen drucken lassen, um diese dann auf Kugelschreibern zu befestigen. Ganz ähnlich sieht es bei der Softwarelokalisierung aus, denn es gibt Softwarelokalisierung-Tools, die entwickelt wurden, um den Übersetzungsprozess von Nutzeroberflächen zu vereinfachen. Kein Übersetzer muss mehr zu übersetzende Inhalte von der Softwareoberfläche abschreiben und kein Entwickler die Übersetzungen im Quelltext einfügen. Softwarelokalisierungs-Tools besitzen grafische Oberflächen, die die Übersetzung ohne Programmierkenntnisse möglich machen.
Die zu übersetzende Datei wird einfach in das Softwarelokalisierungs-Tool eingelesen, von einem Übersetzer lokalisiert, gespeichert und fertig ist die Nutzeroberfläche in Landessprache. Nicht nur Texte werden hierbei übersetzt, sondern auch das Layout der Dialoge bzw. Bildschirminhalte angepasst und geprüft. Um zu verhindern, dass beispielsweise unterschiedlicher Platzbedarf bei einer Übersetzung („Edit“ – „Bearbeiten“) zu unschönen abgeschnittenen Wörtern führt oder in Feldern eine große Menge freien Raum zurücklässt, arbeiten Softwarelokalisierungs-Tools mit WYSIWYG-Editoren, die ein komfortables Anpassen von Feldgrößen per Mausklick gewährleisten.

Sicherstellen, dass Nutzeroberflächen in sich konsistent sind und dabei noch die Übersetzungskosten reduzieren

Dank Schnittstellen zu anderen professionellen Übersetzungswerkzeugen kann mit einem Softwarelokalisierungs-Tool zusätzlich das einheitliche sprachliche Erscheinungsbild von übersetzten Softwareoberflächen verbessert werden. Ein Abgleich mit einer Translation-Memory- und Terminologiesoftware sorgt dafür, das vorherige Übersetzungen gespeichert werden, auf Knopfdruck abgerufen und wiederverwendet werden können und  produktspezifische Benennungen immer korrekt verwendet werden. Dies führt einerseits dazu, dass eine einheitliche Darstellung mit geringerem Korrekturaufwand erreicht werden kann und senkt andererseits die Kosten für Übersetzungen, weil auf bereits angefertigte Übersetzungen zurückgegriffen werden kann.

In einer Zeit, in der optimierte Prozesse und adäquater Einsatz von Mitarbeitern der entscheidende Erfolgsfaktoren im Wettbewerb darstellen können, lohnt es, sich näher mit dem Thema Softwarelokalisierung zu beschäftigen.

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