Chancen durch die Krise: Dynamische Betrachtungen der Märkte bei Auslandsaktivitäten – wie Unternehmer diese Effekte jetzt nutzen können
In den vergangenen Jahren startete der Trend zu Verlagerung oder Sourcing an kostengünstigere Standorte (sog. Low Cost oder Best Cost Countries). Der Run nach niedrigsten Löhnen bei lohnintensiver Fertigung trieb Unternehmen immer weiter nach Osten. Im Vergleich zum Hochlohnland Deutschland sind dort Arbeiter zu einem Bruchteil der Kosten zu finden. Jedoch ist ein ähnliches Niveau von Produktivität und Qualität erst nach Anlaufschwierigkeiten möglich. In der Regel dauert dies zwei Jahre – jedoch kann sich dieser Prozess aufgrund von Kulturdifferenzen auch in die Länge ziehen.
Neben den Qualitäts- und Produktivitätsproblemen spielen zwei weitere wichtige Einflussgrößen eine Rolle: Lohnsteigerungen und Währungsschwankungen. Beide entscheiden als zentrale Stellschrauben über die Rentabilität des Auslandsengagements. Die meisten veröffentlichten Untersuchungen betrachten diese Problemstellung nur statisch. Dieser Artikel zeigt dagegen auf, wie wichtig es ist, die Dynamik der Märkte mit in das Entscheidungsmodell aufzunehmen, um frühzeitig Maßnahmen zu entwickeln, die das langfristige Überleben der Unternehmung sichern. Einfluss der Währungseffekte Als erstes wichtiges Kriterium ist das Verhältnis der Fremdwährung zum Euro zu betrachten. Steigt der Euro im Vergleich zur Fremdwährung, ist dies positiv für die Unternehmung mit Sitz im Euroraum, da Güter zu geringerem Preis gekauft werden können. Sinkt die Kaufkraft des Euro, muss das Unternehmen mehr für die entsprechenden Güter zahlen – die Rentabilität des Auslandsengagements wäre gefährdet. Als Beispiel für die Volatilität der Währungsmärkte dienen Tschechien und die USA. Gegensätzlich zum Euro haben sich USD und tschechische Krone CZK im Vergleich zueinander entwickelt (siehe Abbildung 1). Vor der Wirtschaftskrise sank der Euro im Verhältnis zur tschechischen Krone kontinuierlich. Nun dreht sich der Effekt wieder um – der Wechselkurs ist auf dem günstigen Niveau von 2005/06 angekommen. Ein anderes Bild zeigt der Dollar, der sich genau umgekehrt verhalten hat. Aber wie lange hält dieser Effekt an?
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