Die Distribution ist wohlgeplant, die Prozesse sind klar und alle Beteiligten kennen ihren Part genau. Ganz nach dem Motto „Never change a winning team“ verlässt man sich in den Unternehmen häufig auf das einmal so akribisch konstruierte Distributionssystem. Doch wie alle Disziplinen der Logistik gehört die Organisation der Warenverteilung immer wieder auf den Prüfstand – denn auch hier sind viele Parameter Wandlungen unterworfen. Die Motivation für Unternehmen das Distributionsnetzwerk regelmäßig zu prüfen sollte groß sein: Hier fallen die meisten Logistikkosten an und ein Optimieren liefert den größten Hebel für Einsparungen. Dies fängt schon bei den Nachfrageschwerpunkten an, die sich im Laufe der Zeit verschieben und somit Absatzstrukturen verändern können. Mit der Expansion der europäischen Union wurden zudem mehr Freiräume in der Gestaltung von Distributionsstrukturen geschaffen. So führte der Wegfall der Zollhandelsgrenzen beispielsweise zu einer schnelleren Belieferung des Kunden, da Produkte keine zeitaufwendigen Zollprozesse mehr durchlaufen müssen. Erst so wurden etwa länderübergreifende 48-Stunden-Belieferungen möglich. Dazu passen die stetig steigenden Anforderungen der Kunden an die Logistik: Diese beginnen bei immer späteren Cutoff- Zeiten für die Auftragsannahme und enden bei immer engeren Lieferzeitfenstern. Eine solche Entwicklung verlangt nach einem hohen Lieferbereitschaftsgrad, der Handlungsbedarf erzeugt.
Die Distributionskette im Wandel
Ebenfalls Einfluss auf die Distributionslogistik haben die unterschiedlichen Kostenarten. Kostensteigerungen bei Transport und fixen Lagerkosten (Miete, Abschreibungen, etc.), variablen Lagerkosten (Handling) sowie der Bestandshaltung haben weit reichende Folgen. Im Falle des Transports ist dies besonders stark zu spüren, denn hier lassen anziehende Ölpreise und politische Eingriffe wie beispielsweise Emissionszertifikate die Kosten überproportional anschwellen. Steigende Transportkosten haben oftmals auch eine Änderung der Quellen der Distributionskette zur Folge: Lieferanten werden gewechselt oder Produktionsstandorte verlegt, unter anderem, um Wege zu verkürzen. Das war in der Vergangenheit meist umgekehrt: Produktionsstandorte wurden in erste Linie aufgrund von Faktorkostenvorteilen gewählt. Transportkosten waren zweitranging. (Zu den richtigen Konzepten für die neuen Herausforderungen, denen weltweit agierende Unternehmen gegenüberstehen, siehe auch die Barkawi- Hintergrundinformation „Globale Produktion“,www.barkawi.com).-
0.33 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.









