Was haben persönliche Diätpläne und Programme zur Prozessoptimierung gemeinsam? Sie starten mit großem Engagement und zeigen schnell erste messbare Erfolge auf, aber leider gelingt es oftmals nicht, dies zu einer nachhaltigen Verbesserung zu führen und fällt in alte Muster zurück.
Dieser Vergleich stammt nicht von mir, sondern wurde von Satya S. Chakravorty in einem Artikel im Wall Street Journal aufgestellt (den Artikel finden Sie unter
http://xrl.co/60ProzScheitern). Er passt jedoch sehr gut zu unseren Beobachtungen.
Eine kontinuierliche und nachhaltige Steuerung der Prozesse lässt sich nur über die Installation einer neuen Führungsrolle erreichen, die Verantwortung für einen Ende-zu-Ende Prozess übernimmt. Auf dem Weg zur prozessorientierten Organisation ist dies eines der kritischsten Schritte.
Die neue Rolle ist schnell definiert. Schwieriger wird es schon mit der Besetzung. Weist man die neue Prozessverantwortung einzelnen Bereichsleitern als zusätzliche Rolle zu? Oder wählt man besser andere Führungskräfte aus, die ein natürliches Gegengewicht zu den funktionalen Führungskräften bilden?
Für die erste Alternative spricht, dass man darüber leichter die Akzeptanz der funktionalen Führungskräfte erreicht. Dagegen spricht, dass die neue Rolle oft nicht ausreichend ernst genommen und deshalb nicht mit Leben gefüllt wird.
Die Rolle der Prozessverantwortlichen ist eine neue wichtige Aufgabe im Unternehmen, die durch starke Führungskräfte besetzt werden sollte, die sich darauf auch konzentrieren können.
Die Herausforderung der Einbindung der funktionalen Führungskräfte stellt sich dann aber weiterhin. Nur durch eine gemeinsame Herausarbeitung der zukünftigen Verantwortungsteilung zwischen Prozess und Linie lässt sich eine konstruktive Zusammenarbeit gestalten.
Außerdem empfiehlt es sich, die an einem Kernprozess beteiligten Prozess- und Funktionsführungskräfte über gemeinsame Ziele und ein gemeinsames Arbeitsgremium (Process Steering Board) zur Zusammenarbeit zu bewegen.