Der kleine Unterschied
— Frauen müssen anders sparen und vorsorgen als Männer – nicht nur, wenn Kinder geplant sind. Warum das so ist und worauf Frauen dabei achten sollten.
Frauen leben länger, legen meist längere Jobpausen ein, verdienen daher im Schnitt weniger und müssen zudem mit einem höheren Pflegerisiko rechnen. Auch wenn dies längst nicht auf jede Frau zutrifft, so ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern Studien und Statistiken zufolge eklatant. Brüche in der Erwerbsbiografie und eine gestiegene Lebenserwartung haben auch enorme Auswirkungen auf die Finanzsituation von Frauen. Die Folge sind ein niedrigeres Gesamteinkommen und damit auch niedrigere Rentenansprüche. Um diesen Ausfall zu kompensieren und Risiken adäquat zu begegnen, sollten Frauen bei ihrer Finanzplanung auf einige Besonderheiten achten.
Kindererziehungszeiten rechtzeitig berücksichtigen
Auch wenn immer mehr Väter eine Babypause einlegen, sind es nach wie vor die Mütter, die längere Auszeiten vom Job nehmen und öfter Teilzeitlösungen wählen. So war im Jahr 2008 nur jede vierte Mutter mit einem Kind vollzeitbeschäftigt, 44 Prozent arbeiteten in Teilzeit und fast ein Drittel war gar nicht erwerbstätig. Die Auszeit hat drastische Folgen für das Einkommen. Das zeigt eine Modellrechnung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI): Geht eine 30-Jährige für drei Jahre in Elternzeit und arbeitet danach drei Jahre lang in einem 25-Stunden-Teilzeitjob, beschert ihr diese zeitliche Minderbeschäftigung allein bis zum 46. Lebensjahr einen Einkommensverlust von 194.000 Euro.
In dieser Rechnung sind die auszeitbedingten niedrigeren Rentenansprüche nicht einmal einkalkuliert. Im Schnitt zahlen Frauen durch Babypause und Teilzeitjobs 14 Jahre weniger in die Rentenkasse ein als Männer. Aktuell liegt die mittlere Rente einer Westrentnerin bei 473 Euro monatlich, die eines Westrentners bei 970 Euro. Doch die wenigsten Frauen sind sich dieser Tatsache bewusst. Unterm Strich beschäftigen sich Frauen nach wie vor mit deutlich weniger Elan mit ihren Finanzen als Männer. Dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung zufolge kümmern sich 75 Prozent der Männer um eine zusätzliche private Vorsorge, allerdings nur 60 Prozent der Frauen. [...]
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