Der Vertragsentstehungsprozess ist von strategischem Vorgehen, Machtspielen und auch Emotionalität geprägt. Am Ende steht stets das Ziel, ein stichfestes Vertragsdokument niederzuschreiben, das dem jeweils anderen die Übernahme von bekannten, angenommenen und unbekannten Risiken aufbürdet, und die eigenen Risiken so gering wie möglich halten soll. Es ist der Machtdruck des einen auf den anderen, manifestiert in einem Schriftstück, und gleichzeitig das Ergebnis gegenseitiger Zugeständnisse. „Der Vertrag legt den rechtlichen Handlungsrahmen zwischen den Parteien fest, innerhalb dessen sie sich bewegen sollen.“1 Verträge sind komplexe Gebilde und von vielen unberechenbaren Faktoren bestimmt, wie Machtverhältnissen, wirtschaftlichen Hintergründen und rechtlichen Grundlagen, die sich immer wieder verändern. Das Vertragsdesign stellt also hohe Anforderungen und fordert Verhandlungsgeschick von allen Beteiligten stets mit dem Wissen, dass unbedachte Faktoren, Risiken oder Fehler im Vertrag im Ernstfall zu hohen Risiken und Kosten führen können. Doch wer schon während der Verhandlungsphase für ein geordnetes, aktives Vertragsmanagement sorgt, kann bereits im Vorfeld sicherstellen, dass in der Krisensituation, d. h. bei Leistungsstörung, Risiken und Kosten eingedämmt oder gar ganz vermieden werden. Gleichzeitig wird der Verhandlungsprozess selbst optimiert, die Transparenz gesteigert und somit Geld gespart.