Über 90 Prozent aller Unternehmen vernachlässigen die Bestandskundenbetreuung massiv. Dabei steckt gerade in dieser Zielgruppe großes Potenzial für kurz- und mittelfristige Ertragssteigerungen. Doch um dieses zu nutzen, muss sich jeder Mitarbeiter für den Vertrieb zuständig fühlen. Am besten gelingt dies über eine kundenorientierte Unternehmenskultur, die in der Corporate Identity (CI) verankert ist.
„Servicewüste Deutschland“ – ein gängiger Begriff, der nur allzu häufig seine Berechtigung hat. Ob im Restaurant, beim Einkaufen oder bei der Service Hotline, der Kunde ist nur selten der König. Das bekommen oft auch die Bestandskunden in den Unternehmen zu spüren.
Paradoxerweise betreiben dieselben Unternehmen auf der anderen Seite einen enormen Aufwand, um neue Kunden zu gewinnen, und setzen den Großteil der Vertriebsmannschaft für die Jagd auf Kunden ein („Hunter“). Zugegeben, menschlich gesehen erscheint diese Denkweise nachvollziehbar. Denn was man bereits hat, erscheint häufig nicht mehr so attraktiv, wie das, was man anstrebt. Die Bestandskunden werden als selbstverständlich gesehen.
Fatal wird es, wenn die Bestandskunden-Betreuer („Farmer“) nichts mehr säen, sondern nur das ernten, was gerade so wächst. So verpassen sie viele Gelegenheiten, zusätzliche Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen (Cross Selling) und bekommen oft nicht mit, dass die Kunden nach und nach an die Konkurrenz abwandern.-
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