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    Analyse des politischen Informationsverhaltens mittels der von Wählern genutzten Internetinhalte – Potenziale für die Prognose von Wahlergebnissen

    Saskia Böcking
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    Beschreibung
    Es ist eine altbekannte Frage, inwiefern die Medienberichterstattung beeinflusst, welchen Politiker oder welche Partei Wähler wählen. Für Zeitungen und Fernsehen wurde immer wieder untersucht, welches Image in beiden Mediengattungen von Parteien oder Politiker vermittelt wird (z. B. Schneider/Schönbach/Semetko 1999), welche von verschiedenen Akteuren in die öffentliche Diskussion eingebrachten Themen wie in den Medien wieder auftauchen (Böcking 2009) und wie die dargestellten Themen die Bevölkerungsmeinung beeinflussen (z. B. Matthes 2007). Auch der Einfluss der Medienberichterstattung auf das Wahlverhalten als solches wurde immer wieder untersucht, z. B. im Zusammenhang mit den Fernsehduellen vor den beiden letzten Bundestagswahlen in Deutschland (Donsbach/Jandura/Hastall 2004; Maurer/Reinemann 2003; Maurer/Reinemann/Maier/Maier 2007). Zwar werden in den letzten Jahren auch das Internet und seine Inhalte immer mehr zum Gegenstand der Wahlforschung (z. B. Witte 2008) Allerdings erweisen sich hier Analysen von beispielsweise Politiker- oder Parteiimages auch deshalb als schwieriger, weil aufgrund der Eigenschaften des Internets und je nach Zielpublikum die Grundgesamtheit der zu analysierenden Beiträge oft nicht bekannt ist. Entsprechend schwer ist, eine adäquate Stichprobe zu ziehen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass bisher kaum Möglichkeiten existieren, inhaltsanalytische Auswertungen von Websites mit den sozio- und/oder psychographischen Daten der Personen zusammenzuspielen, die die Seiten auch tatsächlich besucht haben. Eine solche Kombination von Daten ist aus Sicht von Wahlforschern und Politikern aber höchst attraktiv. Sie ist nicht nur generell hilfreich, um mögliche Wirkungen von genutzten Medieninhalten auf Rezipienten besser absichern zu können. In Zeiten, in denen das Internet für politisches Informationsverhalten eine wichtige Position einnimmt (van Eimeren/Frees 2007), bietet diese Kombination unter Umständen auch hilfreiche Hinweise auf den Ausgang von Wahlen oder Abstimmungen.

    Der vorliegende Beitrag ist ein erster Schritt zur Schließung dieser Lücke. Schwerpunktmäßig geht es darum, unter Rückgriff auf die Daten eines Internet-Nutzerpanels und die Verknüpfung dieser Daten mit automatisierten inhaltsanalytischen Auswertungen der von den Panelisten genutzten Webseiten einen Einblick in das politische Informationsverhalten der Panelisten zu erhalten. Im Mittelpunkt der inhaltsanalytischen Auswertung stehen die politischen Themen, Parteien und Politiker, über die sich die Panelisten im Vorfeld der Schweizer Nationalratswahlen im Oktober 2007 informiert haben. Zusätzlich wird analysiert, über welche der im Zusammenhang mit der Wahl relevanten Politiker und Parteien die Nutzer sich auf welchen Domains Informationen geholt haben. Hinter diesen Analysen steht die Annahme, dass die Anzahl der zu einem Thema und/oder einer Person bzw. Partei rezipierten Webseiten positiv mit der Wirkung derselben korreliert. Aufbauend auf den berichteten Ergebnissen wird abschließend diskutiert, inwiefern sie zur Prognose von Wahlergebnissen im Speziellen und für die Politikforschung im Allgemeinen verwendet werden können.
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    • Saskia Böcking
      Dr. Saskia Böcking

      Dr. Saskia Böcking ist Senior Projekt Managerin bei Prime Research International (Zürich, Schweiz) mit den Arbeitsschwerpunkten Web- und Medienmonitoring, Social Media, Online-Forschung.

    • François Rüf
      François Rüf

      François Rüf gründete Im Jahr 1998 die Netbreeze GmbH mit Sitz in Zürich und ist bis heute als CEO von Netbreeze für Strategie, Produktentwicklung und Business Development zuständig.

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