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Virtual Roundtable "Web Competence & Web Responsibility"
Teil 2: Strategien und Lösungsansätze


Im ersten Teil wurden die Bedeutung des Web-2.0-Konzepts, seine Chancen und Risiken diskutiert. Es stellte sich die Frage: Wie sehr und in welcher Form werden Phänomene wie Wikipedia, Blogs und Networking-Plattformen unsere Ökonomie und Soziologie (positiv oder negativ) verändern? (Hier gelangen Sie zum Roundtable Web 2.0 Teil 1)

Im nun folgendem zweiten Teil des Roundtables werden konkrete Strategien und Lösungsansätze für eine verbesserte Web-Welt von morgen erörtert: Wie lässt sich also, unter Nutzung der Chancen des Web 2.0, nachhaltig eine für alle Beteiligten positive Internetwelt konkret gestalten?

Web Competence & Web Responsibility als „Kompetenz und Verantwortung im Web“ werden nach Ansicht der Initiatoren des Virtuellen Roundtables wesentliche Bausteine eines nachhaltigen Erfolgs für Communities und Portale sein. Wenn Nutzer immer mehr zu den eigentlichen Leistungs-Akteuren im Netz werden, werden sie langfristig auch von ihren Netzwerk-Partnern (den Netzwerk-Betreibern) als Gegenleistung für ihre „Ermächtigung“ dieser Partner
nicht nur die Kompetenz zur Sinn- und Wert-Schaffung verlangen, sondern auch Verantwortung bzw. Integrität, und Partnerschaftlichkeit erwarten. Darauf basierende, erfolgversprechende Konzepte werden in diesem VR intensiv diskutiert. Es liegt an uns, Chancen zu nutzen und Risiken zu vermeiden und frei von Naivität und Polemik im Web produktive Lösungen in diesem Sinne zu realisieren. Dann wird Web 2.0 einen nachhaltigen Erfolg für alle Beteiligten ermöglichen und nicht zum kurzzeitigen Hype oder zum Fluch für Web 2.0-Opfer werden.

Dieser Virtuelle Roundtable möchte wegweisend in diese Richtung sein.


Übersicht über die Teilnehmer des Roundtables
(durch Klicken auf die Bilder kommen Sie zu den jeweiligen Antworten)


MEDIEN / AGENTUREN / WISSENSCHAFT / BETREIBER / BERATUNGEN

Christian Stöcker
Spiegel online

Florian Heidecke
Learning Center / Institute of Information Management / Universität St. Gallen

Dr. Philipp Birken
Wikimedia

Michel Lindenberg
StayFriends

Alexander Dort
The Social Business Club

Andreas Neef
Z_punkt The Foresight Company

Dr. Torsten Schwarz
ABSOLIT Dr. Schwarz Consulting

Björn Eichstädt
Storymaker GmbH

Rainer Wiedmann
Managing Partner Aquarius Consulting GmbH

Wolfgang Müller
Creative Weblogging Ltd.

Niels Anhalt
PIRONET NDH AG

Henry Greulich
MyAmphi GmbH



Ralf Strehlau
Senior Partner ANXO MANAGEMENT CONSULTING GmbH

Klaus Haasis
Medien- und Filmgesellschaft Baden Württemberg
Übersicht über die einzelnen Fragen des Roundtables:

Grundsätzliche Einschätzungen zur Notwendigkeit einer Web-2.0 Kultur

Web 2.0 ist heute schon eine Erfolgsstory, zumindest was die Kaufsummen von Web 2.0-Portale angeht. Inspiriert von den Erfolgen der YouTubes und MySpaces dieser Welt vergeht deswegen auch kein Tag ohne ein weiteres Web 2.0-Portal. Die Web 2.0-Landschaft weist eine hohe Dynamik auf, wo dem Entstehen voraussichtlich sehr bald aber auch wieder ein Sterben folgen wird. Wo also liegen die nachhaltigen Erfolgs- bzw. Wert-Potenziale für Web 2.0?

Der erste Teil des Roundtables hob zuletzt zudem die Risiken der Konzepte des Web 2.0 hervor. Schattenseite sind u.a. die mangelnde Sicherstellung von Fairness (z. B. „Lynch-Justiz“) und Qualität im Netz („Digitaler Maoismus“) Selbst führende Urgesteine des Web 2.0 wie Wikipedia sind heute im Wandel und denken über Optimierungen nach. Was hilft gegen den Web 2.0-Kater?

Frage 1: Inhaltliche und funktionale Zukunft der Web 2.0-Landschaft
Die Web 2.0-Landschaft weist zur Zeit eine sehr hohe Dynamik auf. Noch ist dabei unklar, welche thematischen Zielrichtungen bzw. Spezialisierungen und welche Social-X-Funktionalitäten (Social Bookmarking, Tagging, Blogging, Sharing, Networking, Communication, Editing, Collaboration) wichtig sein werden.

Auch wenn in einer so frühen Phase der Entwicklung über die Zukunft nur spekuliert werden kann: Was sind Ihre Eindrücke und Einschätzungen zur thematisch-inhaltlichen und funktionalen Weiterentwicklung der Web 2.0-Landschaft? Was wird nachhaltig in dieser schönen neuen Welt von Bedeutung sein?

Frage 2: Regeln und Gesetze im globalen Web 2.0
Das junge Web 2.0 weist auch Schattenseiten und jugendlichen Leichtsinn auf.

Wo sehen Sie bisher den größten „regulativen“ Handlungsbedarf im Web 2.0? Kultur, Kodex oder Gesetze: Was schützt das Web 2.0 vor möglichen Irrwegen?
Wie gut passen „alte“ Gesetze wie das UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb), das TKG (Telekommunikationsgesetz) oder auch das aktuelle, am 18.01.2007 verabschiedete Telemediengesetz zur neuen Web 2.0-Welt? Werden deutsche Gesetzgeber die Besonderheiten des Web 2.0 verstehen? Wie gelingen solche Regelungen in einem globalisierten Web? Droht u.U. Überregulation in Deutschland bei gleichzeitiger Anarchie im globalen Kontext?

Frage 3: Kompetenz / Qualität und Partnerschaftlichkeit
Schattenseiten des Web 2.0 sind u.a. die fehlende Qualitätssicherung und die Verletzung von Fairness, gefördert durch die Anonymität im Netz.

Welche Bedeutung ordnen sie dabei grundsätzlich „kulturellen“ Themen Kompetenz bzw. Qualität und Partnerschaftlichkeit im Netzwerk für einen umfassenden und nachhaltigen Erfolg von Web 2.0-Applikationen und –Portalen zu? Können Qualität und Partnerschaftlichkeit sogar die Attraktivität des Web 2.0. und die Etablierung in „konservativeren“ Bereichen („Business“) verbessern?


Offenheit der Netze und Autonomie der Web-2.0-Partner


In demokratischen, freiheitlichen Gesellschaften sollten auch Web 2.0-Portale die Autonomie/Souveränität der Nutzer nicht (wieder) unzulässig einschränken.

Frage 4: Wehrhafte Offenheit (Eintritt, Ausschluss) der Web 2.0-Netzwerke
Konflikte entstehen in offenen Web 2.0-Portalen u.a. im Zusammenhang mit dem Eintritt bzw. der Aufnahme und dem Ausschluss von Mitgliedern.

Wie offen sollten Web 2.0-Netzwerke sein? Wie kann man Ein-, Austritt und Ausschluss „fair“ regeln? Welche Rechte haben „ausgeschlossene“ Mitglieder?
Wie schützt man Netzwerke aber auch umgekehrt vor „böswilligen“ Nutzern?

Frage 5: Nicht-Exklusivität der Web 2.0-Netzwerke
Viele parallele Netzwerke (Xing, LinkedIn, ..., Qype, ...) erfordern die mehrfache Eingabe und Pflege von Nutzer-Profilen und -Daten. In den USA existieren (bisher noch erfolglose) Bestrebung für einen offeneren Netzwerk-Austausch.

Wie offen sollten solche Netze untereinander sein? Hat der Nutzer ein "Recht" auf die einfache Verwendung seiner Daten in anderen Kontexten (Im-/Export)? Haben Netzwerk-Betreiber überhaupt ein Interesse an einem Austausch oder sind sie nicht aus Geschäftsinteresse an „Mauern“ im Web 2.0 interessiert?

Frage 6: Autonomie/Souveränität der Web 2.0-Partner
Durch welche Maßnahmen kann im Web 2.0 dann die Autonomie bzw. Souveränität der Akteure (Betreiber, Organisationen, aber insbesondere der Nutzer) gewährleistet werden? Welche Rolle spielt u.a. ein autonomes Daten-, Beitrags- und Kommunikations-Management während und nach der Mitgliedschaft?

Frage 7: Toleranz und Respekt der Web 2.0-Partner
Freiheit sollte aber auch umgekehrt immer die Freiheit des anderen sein.

Wie schützt man in Netzwerken die Persönlichkeitsrechte der Partner, z. B. gegen "Spam" oder gegen "Bashing", d.h. die „digitalen Verleumdungen mittels falscher Daten“? Welche Verantwortung hat dabei das Netzwerk? Wie ermöglicht man zugleich verschiedene Weltsichten und die Toleranz mehrerer Wahrheiten in Web 2.0-Netzwerken (und vermeidet so die Meinungs-Kriege)?


Partnerschaftliche Mitwirkung & Wert-Partizipation der Web-2.0-Partner

In funktionierenden Netzwerken werden gemeinschaftlich Strukturen und Werte geschaffen. Bei einer echten Partnerschaftlichkeit geht es u.a. um die Einflussnahme auf Strukturen wie auch um die Beteiligung an der Wertschöpfung.

Frage 8: Strukturelle, inhaltliche Mitwirkung der Web 2.0-Partner
Wie kann Ihrer Meinung nach Partnerschaftlichkeit bei der strukturellen Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Netzwerkes gewährleistet werden?
Welchen Einfluss sollten Nutzer z. B. auf Themen, Beiräte, Administratoren oder Mitglieder-Aufnahmen und -Ausschlüsse haben? Wie "demokratisch" kann das Web 2.0 überhaupt sein oder entstehen undemokratische Strukturen?
Wie kann man umgekehrt Web 2.0 Mitglieder auch in die „Pflicht“ nehmen bzw. zur Mitwirkung motivieren? Was schafft Identifikation mit dem Netzwerk?

Frage 9: Wert-Partizipation der Web 2.0-Partner
Partnerschaftlichkeit sollte im Web 2.0 auch Wert-Partizipation bedeuten. Was hat der Nutzer vom Self Service und der Erstellung von Inhalten? Wie profitiert der Networker von der sogenannten Netzwerk-Wertschöpfung? Werden im schlimmsten Fall Aufwände im Netz sozialisiert und Netz-Werte privatisiert?

Besteht umgekehrt die Chance, durch Wert-Partizipation Anreize zu einer umfassenderen Mitwirkung der „Mitglieder“ zu schaffen? Ist u. U. sogar eine zweite Entwicklung wie bei Ebay denkbar, wo neue Unternehmen ermöglicht wurden?


Kompetenz- und Wert-Orientierung der Web-2.0-Partner

Neben aller Autonomie und Partnerschaftlichkeit im Netzwerk ist auch Qualität und Wertorientierung sicherzustellen. Während eine Zeit lang, vor allem in der akademischen Community, kollektive Intelligenz und Schwarmintelligenz dafür standen, dass in freien Netzwerken alles von "unsichtbarer" Hand zu Wohle Aller geregelt wird, ist es nun gerade das Schwarm-Phänomen, das im Web 2.0 bedrohlich wirkt (Bashing, Lynch-Justiz). Anarchie scheint also nicht die richtige Lösung für die Sicherstellung von Qualität, Wert und Sinn im Netzwerk.

Frage 10: Anonymität versus offene Autorenschaft der Web 2.0-Partner
Das Web war sehr lange in weiten Teilen eine anonyme Community ohne Zwang zur offenen Autorenschaft und korrekter Referenzierung. Anonymität erschwert aber die Evaluierbarkeit von Beiträgen und gerade dies fordern nun qualitäts-sichernde Institutionen wie z. B. die Health on the Net Foundation.

Welche Bedeutung ordnen Sie dem Thema der offenen Autorenschaft zu? Inwieweit sollten darüber hinaus Referenzen die Einordnung vereinfachen?

Frage 11: Expertise / Kompetenz der Web 2.0-Partner
Wie verhindert man die Diktatur bzw. Dominanz der „Schnellen“, der „Penetranten“ und anderer „Plagegeister“ im Web 2.0 und wie sichert man Kompetenz? Sind neben der Freiheit des Netzwerks koordinierende Instanzen notwendig und welche Bedeutungen könnten Empfehlungen und Bewertungen haben? Kann es dabei helfen, Nutzer in Web 2.0-Netzwerke unterschiedlich zu „qualifizieren“ und abhängig von der Qualifikation unterschiedlich zu berechtigen?

Frage 12: Wahrheit, Transparenz, Klarheit der Web 2.0-Beiträger
Das unkontrollierte Web ist eine ideale Basis für Manipulation und Fehlinformation. Wie sichert man das Web 2.0. vor Unwahrheiten und schafft ausreichende Transparenz und Klarheit der Information und Kommunikation im Web 2.0? Können auch hier koordinierende Instanzen oder das bewertende Netz helfen?

Frage 13: Wert- und Sinn-Orientierung der Web 2.0-Partner
Jenseits von Eskapismus und jugendlichem Spieltrieb wird Web 2.0 nur fundamental erfolgreich werden, wenn es die Wert- und Sinn-Schöpfung im Netzwerk für alle Beteiligten (Investoren, Betreiber, Nutzer, Organisationen) sicherstellt. Was kann Wert und Sinn in einem umfassenden Web 2.0 sein? Wie kann man gegebenenfalls sogar Wert- und Sinn-Schöpfung für die beteiligten Akteure messen bzw. transparent machen (Human Capital, Social Capital, Network Value ...) und dadurch eine Ausrichtung auf Wert und Sinn im Web sicherstellen?


Eigene Web 2.0-Agenda

Frage 14: An welchen aktuellen Projekten / Aktivitäten mit Web 2.0-Bezug wirken Sie zur Zeit und mit welchem Ziel?

Frage 15: Was können Sie Web 2.0- Interessierten – neben diesem virtuellen Roundtable – als Einstieg in das Thema empfehlen?

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