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Interview mit Gerhard Krebs zum Thema "Führung mit Pferden"

Interview mit Gerhard Krebs zum Thema "Führung mit Pferden"
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Kompetenz - Index
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3.5.2007
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Interview mit Gerhard Krebs zum Thema "Führung mit Pferden"
Abstract / Inhalt:
Im letzten Herbst erschien im Verlag Kamphausen das Buch "Raus aus der Führungskrise". Darin sind gleich zwei Beiträge und eine DVD zum Thema "Führung mit Pferden" enthalten. Was ist da dran? Die Competence Site sprach mit Gerhard Krebs, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der G&K HorseDream GmbH über die "Horse Assisted Education".
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Interview mit Gerhard Krebs zum Thema "Führung mit Pferden"
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Herausgebende Organisationen (1)
Interview mit Gerhard Krebs zum Thema "Führung mit Pferden"
 
Der/die Autor(en) (1)
Interview mit Gerhard Krebs zum Thema "Führung mit Pferden"
Gerhard J. Krebs
Experte
seit 1996 Geschäftsführender Gesellschafter der G&K HorseDream GmbH Produktmanager bzw. Consultant T-Online Banking-Plattform 1999-2007 Geschäftsführer Bildschirmtext GmbH 1983-1999 Redakteur Munzinger Archiv 1980-1985 Text und Konzeption Werbeagentur Bogner 1978-1980 [...]
 
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Interview mit Gerhard Krebs zum Thema "Führung mit Pferden"
E-Interview_Gerhard_Krebs.pdf
Im letzten Herbst erschien im Verlag Kamphausen das Buch "Raus aus der Führungskrise". Darin sind
gleich zwei Beiträge und eine DVD zum Thema "Führung mit Pferden" enthalten. Was ist da dran?
Competence Site sprach mit Gerhard Krebs, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der G&K
HorseDream GmbH über die "Horse Assisted Education".

                 Competence Site: Sie waren der Pionier bei den Managementtrainings mit
                 Pferden in Deutschland. Wie ist es Ihnen damals ergangen? Wurden Sie häufig
                 belächelt? Wer waren die ersten Teilnehmer? Wie lief die Sache an?

                 Gerhard Krebs: Ja, belächelt von zwei Seiten, von der damals typischen
                 Pferdeszene und von Seminarprofis. Die einen sagten "so kann man doch nicht mit
                 Pferden umgehen", die andern meinten "das bringt doch nichts". Uns war das
                 ziemlich egal. Was zählte, war, dass die Teilnehmer begeistert waren.

Competence Site: Heute tun es Ihnen viele Anbieter nach? Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Gerhard Krebs: Absolut positiv! Denn solange wir als Exoten auf dem Seminarmarkt waren, kam
die Nachfrage nicht so recht in Gang. Die ersten Jahre waren knüppelhart. Seit drei, vier Jahren läuft
es jetzt richtig gut. Aber wir sehen noch einen anderen Aspekt. Jeder, der pferdegestützte
Führungsseminare oder Teamtrainings anbietet, bewegt wirklich etwas in den Köpfen - und vor allem
in den Herzen der Teilnehmer. Das schafft Potenzial für echte Veränderungen in den Führungsetagen.

Competence Site: Warum sind Pferde Ihrer Ansicht nach so geeignet als Managementtrainer?

Gerhard Krebs: Weil sie absolut authentisch sind, und absolut integer. Weil sie Vertrauen als die
Grundlage der Kommunikation sehen. Weil sie unglaublich kooperativ sind. Weil sie dir jedes mal
wieder eine neue Chance geben. Und weil sie dich auch einfach stehen lassen können, wenn du dich
ihnen ohne Respekt und ohne eine Spur von Demut näherst.

Competence Site: Wie haben sich Ihre Trainings im Laufe der Zeit entwickelt?

Gerhard Krebs: Der härteste Bruch war gleich am Anfang, als wir den Psychoteil aus dem
Trainingskonzept wieder herausgenommen haben. Psychologisieren hat sich in unseren Trainings als
völlig überflüssig herausgestellt. Woran wir dann in den nächsten Jahren immer weiter gearbeitet
haben, war das Thema Reduktion. Weniger ist hier fast immer mehr. Das ist vor allem das Verdienst
meiner Frau. Ich selbst hätte wahrscheinlich immer mehr Theorie in das Konzept eingebaut. Aber sie
hält mich da am Boden. Wir wollen nichts oktroyieren, wir wollen, dass die Teilnehmer selbst ihre
eigenen Erkenntnisse mitnehmen. In der Pädagogik nennt man das heute "Ermöglichungsdidaktik",
im Gegensatz zur "Erzeugungsdidaktik". Aber dass wir das schon vor knapp zehn Jahren intuitiv zur
Basis des Seminarkonzepts gemacht hatten, haben wir erst durch eine Magisterarbeit an der Uni
München zur Nachhaltigkeit unserer Seminare erfahren.

Competence Site: Wie ist der Stand der Dinge? Wie viele Pferde haben Sie? Wie viele Trainings
führen Sie jährlich/monatlich durch? Wer sind die Kunden?

Gerhard Krebs: Wir machen offene Seminare und firmeninterne Trainings. Das Verhältnis ist zur
Zeit etwa 75 zu 25 Prozent. Zu den offenen Seminaren kommen wirklich die unterschiedlichsten
Führungskräfte, vom Führungsnachwuchs bis zum CEO. Und die Buchungen kommen fast
ausnahmslos über unser Internet-Programm. Dann werden wir regelmäßig von einigen Unternehmen
für Teamtrainings gebucht. Insgesamt kommen wir so auf rund 40 Seminartage im Jahr. Das könnte
noch ein bisschen ausgebaut werden, aber wir wollen keine Masse sondern Klasse. Was sich natürlich
auch in den Honoraren widerspiegelt. Das ist aber alles ganz transparent in unserem Internet-Angebot
dargestellt. Pferde haben wir zur Zeit fünf, vier Friesenpferde und einen schwarzen irischen Tinker.
Competence Site: Gibt es Übungen, die sich besonders bewährt haben?

Gerhard Krebs: Wir arbeiten in einigen Übungen mit Symbolik und Metaphern. Jeder weiß, das
Pferd ist ein hervorragender Spiegel für menschliche Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen.
Und es ist für jeden einzelnen eine ganz individuelle Projektionsfläche. Es ist für uns aber noch viel
mehr. Im Grunde öffnet es Horizonte, es öffnet Augen und Herzen der Teilnehmer. Und auf diese
Öffnung kommt es uns an. Man sieht seinen Führungsalltag mit einem Mal aus einer ganz neuen
Perspektive. Meine Frau spricht immer von dem "Bild im Bild", man schaut und schaut und schaut
und sieht nicht wirklich etwas, und plötzlich taucht es auf, das Bild im Bild, und wenn man es dann
erst einmal gesehen hat, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, warum man vorher so blind
gewesen ist.

Competence Site: Wie wird der Transfer in den Berufsalltag geleistet?

Gerhard Krebs: Wie gesagt, wir wollen nichts aufoktroyieren. Die Teilnehmer sollen ihre Erlebnisse
haben und in den kurzen Feedbackrunden allenfalls auf ein paar Dinge aufmerksam gemacht werden.
Was in der intensiven Begegnung mit dem Pferd in jedem einzelnen hochkommt, liegt bewusst
außerhalb unseres didaktischen Einflusses - nicht außerhalb unserer Wahrnehmung, dazu haben wir
inzwischen durch die vielen Seminare jede Menge Erfahrungswerte. Aber entscheidend ist, dass wir
uns als Trainer komplett zurücknehmen können, nicht das sagen, was wir sehen, oder glauben zu
sehen. Insofern "leisten" wir keinen Transfer in den Berufsalltag, sondern stellen ein Setting zur
Verfügung, in dem jeder die Möglichkeit hat, das zu transferieren, was für ihn ganz persönlich wichtig
ist. Das ist ein Konzept, das den meisten herkömmlichen Führungsseminaren allerdings diametral
entgegensteht.

Competence Site: Sie bilden auch Trainer aus? Wer kommt für eine solche Ausbildung in Frage?

Gerhard Krebs: Wir möchten einen möglichst hohen Standard im pferdegestützten Seminarangebot
entwickeln. Deshalb geben wir fast unser ganzes Know-how in zweitägigen Crashkursen weiter. Auch
das ist, denke ich, anders und neu. Nicht den Konkurrenzgedanken im Kopf zu haben, sondern davon
überzeugt zu sein, das von dieser Art, Führungskräfte und Teams zu entwickeln, alle profitieren
können. Alle Trainer und vor allem alle Unternehmen. Was wir nicht tun, ist Pferde-Know-how
vermitteln. Wer zu uns auf Train-the-Trainer-Seminare kommt, sollte also seine Pferdeerfahrung
schon mitbringen. Alles andere kann er dann von uns übernehmen wenn er will, oder auch alles ganz
anders machen.

Competence Site: Wer sind die Mitglieder des Vereins, den Sie gegründet haben? Was soll dieser
leisten?

Gerhard Krebs: Der "Verein" heißt European Association for Horse Assisted Education, kurz
EAHAE, und ist kein Verein, sondern eine Kommunikations- und Kooperationsplattform. Es sind
inzwischen mehr als 70 Trainer dabei, aus 15 europäischen Ländern und als associate members auch
aus Kanada, den USA und Brasilien. Auf unserem letzten Train-the-Trainer-Seminar hatten wir
übrigens eine Teilnehmerin aus Uruguay. Mission der EAHAE ist, eine Non-Profit-Plattform zu
werden für Information, Kommunikation, Ausbildung, Zertifizierung, Forschung und Publikation
jeder Art von pferdegestützter Weiterbildung. Unsere Vision ist, pferdegestützte Personalentwicklung
als generelle Form der betrieblichen - und persönlichen - Weiterbildung in allen Europäischen
Unternehmen und Institutionen zu etablieren. Im Oktober richten wir zum zweiten Mal die
Jahreskonferenz bei uns in Erbach aus. Für 2007 ist Wien - und dort die Wiener Hofreitschule - im
Gespräch. Das ist alles hoch spannend.
 
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