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© 2006 Schäffer-Poeschel Verlag (www.schaeffer-poeschel.de)
V
Inhaltsverzeichnis
J. Erpenbeck & L. von Rosenstiel
Geleitwort……………………………………………………………………...... VII
S. Grote, S. Kauffeld & E. Frieling
Einleitung: Vom Wettbewerb zur Kompetenz………………………………….. 1
S. Grote, S. Kauffeld, K. Denison & E. Frieling
Kompetenzen und deren Management: ein Überblick………………………….. 15
S. Grote, S. Kauffeld, M. Billich & E. Frieling
Implementierung eines Kompetenzmanagementsystems:
Phasen, Vorgehen und Stolpersteine…………………………………….……… 33
B. Kahlert & H. Kolmerer
Implementierung des Kompetenzmanagementsystems im AXA Konzern……... 59
M. Hennecke
Kompetenzentwicklung in der Ausbildung bei BHW…………………………... 75
E. Schäfer, T. Fölsch & J. Sauerwald
Neue Formen des Kompetenzmanagements bei der B. Braun Melsungen AG.... 111
D. Schmitt & D. Venzke
Skillmanagement – das Instrument zur Karriereplanung in der Commerzbank… 135
E. Biesalski & A. Abecker
Kompetenzmanagement bei der DaimlerChrysler AG, Werk Wörth…………… 149
A. Formann, A. Hilpert & S. Nedkov
iwis ketten – Kompetenzmanagement in einem mittelständischen Unternehmen
der Automobilzulieferindustrie: Lernkultur als Erfolgsfaktor…...……………… 169
C. Demel, U. Kaiser, S. Nennstiel, S. Ritter, K. Roch & S. Sauerwald
Kompetenzmanagement bei der SAP…………………………………………… 193
D. Schranz, H. Sonntag & O. Mühlhaus
Kompetenzmanagement bei der SIEGENIA-AUBI KG………………………... 207
M. Hess & T. Leipoldt
Strategisches Kompetenzmanagement – Erstellung und internationale
Einführung von Kompetenzprofilen bei Siemens Business Services…………… 223
R. Goyk
Kompetenzmanagement in der Unternehmensgruppe Theo Müller…………….. 241
S. Grote, S. Kauffeld & E. Frieling
Perspektiven des Kompetenzmanagements……………………………………... 263
Autorinnen und Autoren………………………………………………………… 281
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VII
Geleitwort
Der Konkurrenzkampf der Zukunft wird als Kompetenzkampf
geführt
Das prognostizierten führende amerikanische Ökonomen des Council of Competitive-
ness bereits am Ende des vorigen Jahrhunderts. Zukünftig werde die Kompetenzent-
wicklung von Arbeitnehmern zum wichtigsten Wettbewerbsfaktor in der globalen
Ökonomie. Diese Zukunft hat längst schon begonnen.
Die in loser Folge erscheinenden 3K Bände (Kompetenzerfassung, Kompetenzent-
wicklung, Kompetenzmanagement) des Schäffer-Poeschel Verlags, die herauszugeben
wir die Ehre haben, trägt diesem Kernthema der Zukunft Rechnung. Dies nicht auf
eine abstrakte, theoretische, sondern auf eine handlungsnahe, dem Praktiker Wege und
Werkzeuge vermittelnde Weise. Denn längst hat das Kompetenzthema Bildung und
Weiterbildung, Schulen und Hochschulen, Unternehmen und Organisationen als
Tagesaufgabe erreicht. Kompetenzerfassung, Kompetenzentwicklung und Kompe-
tenzmanagement sind, analysiert man genauer, sogar auf doppelte Weise zukunfts-
entscheidend:
Zum einen hängt vom Wissen und Können, von der Qualifikation und der Kompetenz
der Arbeitenden der Wirtschaftsstandort Deutschland entscheidend ab. Schon 1996
hatte Jaques Delors mit Forderungen nach einem neuen Lernen, nach einem „learning
to know, learning to do, learning to live together and learning to be” eine neue Sicht
auf das Lernen von Einzelnen, von Teams und von Unternehmen eröffnet und die
fachlich-methodischen, aktivitätsbezogenen, personalen und sozial-kommunikativen
Kompetenzen als Lernziele in den Mittelpunkt gerückt. Diese Sicht ist zum leitenden
Grundgedanken aller EU-Bemühungen um ein lebenslanges, lebensweites Lernen
geworden. Die Gesellschaft von morgen braucht eine kompetenzbasierte Lernkultur,
um – dem Ziel der Lissabonner Beschlüsse (2000) entsprechend – die Europäische
Union bis zum Jahr 2010 zum dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschafts-
raum der Welt zu machen. Individuelle Kompetenzentwicklung wird zu einem der
wichtigsten Instrumente der Zukunftssicherung.
Zum anderen werden Erfassung, Entwicklung und Management von Unternehmens-
kompetenzen für den Erhalt des Wirtschaftsstandorts Deutschland immer entscheiden-
der. Denn Kompetenz stellt, laut Reinhardt, „die ‚inhaltliche Seite’ des Humankapitals
dar und legt somit fest, über welche Handlungsmöglichkeiten ein Unternehmen ver-
fügt. (…) Kompetente Menschen gelten als der wichtigste Produktionsfaktor eines
Unternehmens in der Wissensökonomie. War der maßgebliche Produktionsfaktor
ursprünglich die Maschine, so findet sich jetzt eine zunehmende Dominanz des Men-
schen und seiner Kompetenzen als produktiver Ressource.“ Dem tragen moderne
Ansätze zur Bewertung von Unternehmen zunehmend Rechnung, wobei in kompe-
VIII J. Erpenbeck & L. von Rosenstiel
tenten Mitarbeitern die entscheidende Quelle nichtimitierbarer Wettbewerbsvorteile
am Markt gesehen wird. Wissen in einem weiten, Kompetenzen einschließenden
Sinne wird zunehmend als wertvolle Ressource und Wettbewerbsvorteil anerkannt,
während die traditionellen Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital an Bedeu-
tung verlieren. Vor allem für international konkurrierende Unternehmen werden
Erfassung, Entwicklung und Management von Kompetenzen, die als wesentliche Teile
der immateriellen Vermögenswerte in Wettbewerbsvorteile umgemünzt werden kön-
nen, immer wichtiger. Folglich benötigen nicht nur einzelne Menschen Kompetenzen
als Selbstorgansationsdispositionen des Handelns. Auch Unternehmen handeln selbst-
organisiert am Markt. Auch Unternehmen benötigen gleichsam „personale“ Kompe-
tenzen – manifestiert in ihrer Unternehmenskultur – aktivitätsbezogene Kompetenzen
– in der Dynamik und Aggressivität ihres Produktions- und Verkaufsverhaltens sicht-
bar – Fach- und Methodenkompetenzen – materialisiert in den Produkten und organi-
sationalen Strukturen, und sozial-kommunikative Kompetenzen – im Marketing und in
der Kundenkommunikation offenbar werdend. Der Marktwert von Unternehmen
bestimmt sich zunehmend auch aus dem Humankapital, das seinerseits durch die
Kompetenzen der Mitarbeiter maßgeblich mitbestimmt wird. Weitgehend offen blieb
bis heute, wie Mitarbeiterkompetenzen und Unternehmenskompetenzen zusammen-
hängen. An dieser Frage wird intensiv geforscht.
Für die Position Deutschlands in Europa und Europas in der Welt sind also Kompe-
tenzerfassung, Kompetenzentwicklung und Kompetenzmanagement entscheidende
Schlüssel zur Zukunft.
Absichten der 3K Bände
Stimmt man mit den dargestellten Grundüberzeugungen überein, schätzt man die
Bedeutung der 3K für die Menschen im Unternehmen – gewerbliche Arbeitnehmer,
Fachspezialisten, Führungskräfte, Organisationen in den Bereichen der Produktion,
der Dienstleistung oder der öffentlichen Verwaltung – ebenso hoch ein wie wir, so
liegt es nahe, entsprechende Arbeiten gezielt zu fördern und zu publizieren. Dabei
folgen Verlag und Herausgeber jedoch einer eigenen Strategie:
Die publizierten Arbeiten werden stets empirisch basierte Erfahrungen als Grundlage
haben. Sie sollen weder theorielastig noch praktizistisch überzogen sein, sondern dem
Theoretiker Anregungen, dem Praktiker aber verwendbare, umsetzbare Materialien an
die Hand geben. Es handelt sich also weder um Forschungsergebnisse im Sinne von
Dissertations- oder Habilitationsarbeiten, noch um Rezeptbücher des „how to“-Typs.
Die Arbeiten werden breiter interessierende Themenbereiche umfassen, nicht spezia-
listisch ins Detail oder generalistisch ins Allgemeine dringen. Zukunftsorientierte, auf
konkreter Erfahrung beruhende tragfähige Themen sollen den Mittelpunkt eines jeden
Bandes bilden und eine breite Fachleserschaft interessieren. Sie mag vom Psycholo-
Geleitwort IX
gen, Lehrer, Erwachsenenbildner, Fachhochschul- oder Universitätsprofessor bis zum
Personalverantwortlichen, Manager oder Unternehmenschef reichen.
Jeder Band wird einen eigenen, von dem der anderen unterscheidbaren Nutzwert
besitzen. Es ist uns wichtig, auf diese Weise in möglichst kurzem Zeitraum möglichst
viele wichtige und praktisch nutzbare Facetten der Kompetenzproblematik zu erfassen
und ein zu jedem Zeitpunkt aktuelles Gesamtbild der neuesten Entwicklungen bereit
zu halten.
Als Verfechter selbstorganisierter Entwicklungen sehen wir klar, dass eine lose Folge
von thematisch um die 3K gescharten Veröffentlichungen keine „Reihe“ im Sinne
eines vorgefassten, enzyklopädischen Planes ist und sein kann. Diese lose Folge soll
stattdessen einen Spagat wagen: Einerseits repräsentatives, nicht nur tagesaktuelles
und nicht allzu schnell veraltendes Material zu den einzelnen Themen darzubieten,
andererseits aber über die rasante Entwicklung von Forschung, Ökonomie und Welt
hinweg aktuell und heutig zu bleiben.
Den hier vorliegenden Band einbezogen, belegen die drei bisher erschienen Bände
beispielhaft die Themen der 3K:
Das „Handbuch Kompetenzmessung“ versammelt die wesentlichen, in Deutschland
gängigen Methoden der Kompetenzerfassung, welche nicht nur hinreichend theore-
tisch begründet sondern auch praktisch, teils sogar schon im Masseneinsatz, ausgewie-
sen sind. „Messung“ wird im Handbuch in einem breiten Sinne verstanden. Einbezo-
gen sind anerkannte, Vorhersagen gestattende, empirisch so weit es geht abgesicherte
Feststellungsverfahren; sie können quantitative Messungen (z. B. Kompetenztests),
qualitative Charakterisierungen (z. B. Kompetenzpässe), komparative Beschreibungen
(z. B. Kompetenzbiografien), simulative Analysen (z. B. Flugsimulatoren) und obser-
vative Zugänge (z. B. Arbeitsproben) umfassen.
Der Band „Kompetenztraining“ stellt die Kompetenzentwicklung in unterschiedlichen
Bereichen in den Mittelpunkt. Vorrangig in Unternehmen, als zunehmend wichtige
Aufgabe der Personalentwicklung. Dann als Aufgabe beruflich-betrieblicher Aus- und
Fortbildung und Weiterbildung, die mehr und mehr versucht, Kompetenzen statt
bloßer Qualifikationen in den Lernenden zu verankern. Auch moderne Universitäten
setzen zunehmend an Stelle der bloßen Stoffübermittlung die Kompetenzentwicklung
der Studierenden. Schließlich haben zahlreiche Schulen nach dem „Pisa“-Schock
begonnen, Kompetenzvermittlung statt bloßer Wissensvermittlung in den Mittelpunkt
zu rücken. In allen diesen Bereichen rückt Kompetenzentwicklung immer weiter in
den Vordergrund. Dafür versucht der Band, ohne Vollständigkeit anzustreben, Infor-
mationen, Anregungen und Gestaltungsvorschläge für entsprechende Förder- und
Entwicklungsaufgaben zusammenzutragen.
Folgerichtig widmet sich dieser dritte Band nun dem Kompetenzmanagement, gibt
Grundlagen und Praxisbeispiele, grenzt es sowohl gegen die herkömmliche Weiterbil-
X J. Erpenbeck & L. von Rosenstiel
dung als auch gegen einzelne, notwendige aber insgesamt nicht hinreichende Maß-
nahmen der Kompetenzentwicklung ab. Die Autorin und die Autoren sind schon lange
mit der Kompetenzentwicklung in Deutschland verbunden: Sie haben eines der origi-
nellsten, im „Handbuch“ knapp dokumentierten Kompetenzmessverfahren entwickelt,
sie haben zahlreiche Kompetenzentwicklungsvorhaben in größeren und kleineren
Unternehmen erfolgreich begleitet und sind nun auf dieser Basis in der Lage, Kom-
petenzmessung und -entwicklung in ihre Analysen des Kompetenzmanagements ein-
zuschmelzen.
Dieser hier vorliegende Band braucht also keine Fürsprache, keine Hervorhebung. Er
fasst auf ideale Weise die Themen der 3K Reihe in eins.
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