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Brasilien - Rohstoffe treiben das Wachstum

Brasilien - Rohstoffe treiben das Wachstum
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Brasilien - Rohstoffe treiben das Wachstum

Das Land am Zuckerhut hat unter Präsident Lula da Silva im vergangenen Jahrzehnt eine beachtliche Aufholjagd hingelegt. Die Wirtschaft expandierte. Weitere Wachstumsschübe sind durch die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Sommerspiele zu erwarten. Von Jose Cuervo

Brasilien, wie viele es lieben: die Copacabana, rauschender Karneval und Weltfußball mit Zaubereffekten. Brasilien ist und kann aber viel mehr. Die Zeiten haben sich geändert. Nahm das Land bis zum Jahr 2005 noch die Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch, besitzt der größte Staat Südamerikas heute Devisenreserven von rund 250 Milliarden US-Dollar (Bundesrepublik Deutschland: 155 Mrd. Euro, Stand: Ende März 2011, Quelle: Bundesbank). Seit 2009 unterstützt Brasilien den IWF selbst, damit dieser Krisenstaaten helfen kann. Der Höhenflug der boomenden Volkswirtschaft wird von zwei herausragenden Ereignissen flankiert, die die weltweite Aufmerksamkeit auf das Land am Zuckerhut lenken: 2014 kommt die Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien, und 2016 werden in Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele ausgetragen. Grund für die Zuschläge ist auch die Anerkennung der zunehmenden internationalen Bedeutung des Landes. Die letzten Staaten, die innerhalb von zwei Jahren diese beiden sportlichen Großereignisse ausgerichtet haben, waren Deutschland (1972 und 1974) und die USA (1994 und 1996).

Brasilien profitiert von den steigenden Rohstoffpreisen
Auf internationaler Ebene hat der jüngst abgetretene Präsident Lula da Silva viel für sein Land erreicht. Die wirtschaftliche Bedeutung Brasiliens spiegelt sich heute auch auf weltpolitischer Bühne wider. Neben der Mitgliedschaft in der G-20-Staatengemeinschaft ist Brasilien regelmäßig bei den Treffen der G8+5 vertreten. Innerhalb des gemeinsamen Marktes Südamerikas (Mercosur) hat das Land die Führungsrolle inne. Brasilien kann als fünftgrößtes Land der Welt stolz sein auf eine gefestigte Demokratie mit stabilen Bürgerrechten und politischen Freiheiten, auf ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 200 Milliarden US-Dollar sowie riesige Rohstoffschätze. Hier befinden sich zum Beispiel 12 % des immer begehrteren weltweiten Frischwassers. Zudem profitiert Brasilien enorm von den steigenden Rohstoffpreisen. Das Land ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Agrarexporteure der Welt aufgestiegen. In Brasilien erstrecken sich Zuckerrohrplantagen auf einer Fläche von gut 70.000 Quadratkilometern – und  mit rund 200 Millionen Rindern grast auf Brasiliens Weiden die größte Rinderherde der Welt. Das Land ist derzeit die Nummer eins bei der Ausfuhr von Zucker, Rindfleisch und Kaffee. Unter Brasiliens Bergen liegen riesige Eisenerzvorräte. Aktuell treibt Brasilien zudem die Förderung von Öl in der Tiefsee voran. Im Jahr 2008 wurden umfangreiche Rohöl- und Erdgasvorkommen an der südöstlichen Atlantikküste entdeckt. Bis 2017 will der halbstaatliche Energiekonzern Petrobras acht Förderplattformen fertig stellen. Damit will Brasilien bis zum Jahr 2020 der viertgrößte Ölexporteur der Welt werden, was Tausende neuer Jobs mit sich bringen sollte.

Einführung des Reals beseitigte die Hyperinflation
Brasiliens Boom wird oft dem kürzlich abgelösten Präsidenten Lula da Silva von der „Arbeiterpartei“ zugerechnet. Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn vor allem sein Vorgänger Henrique Cardoso hat die Grundlagen für die Aufholjagd geschaffen. Durch die Einführung der neuen Währung Real im Jahr 1994 – und damit einer gelungenen Währungsstabilisierung – wurde die Hyperinflation besiegt. Cardoso sanierte den Haushalt und startete damals eines der weltweit größten Sozialprogramme. Da Silva fuhr die Ernte ein. Das starke Wirtschaftswachstum steigerte die Staatseinnahmen und verschaffte ihm Spielraum, um eine Reihe von Sozialhilfeprogrammen umzusetzen. Insgesamt erhält gut ein Viertel der Bevölkerung eine Form von Sozialhilfe. So ist Brasilien nach wie vor von starken sozialen Gegensätzen geprägt. Reichtum und Armut liegen oft dicht nebeneinander. Noch immer zählt Brasilien zu den Ländern mit der größten Ungleichheit bei Einkommensverteilung und Landeigentum. Vor allem in Großstädten wie beispielsweise Rio de Janeiro oder São Paulo zeigen sich die sozialen Probleme in besonderem Ausmaß. Aber die Regierung ist auf einem guten Weg. So konnte der Anteil der extrem Armen mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter einem US-Dollar täglich von 8,8 % (1990) auf 4,2 % (2005) abgebaut werden. Brasilien hat damit das erste Millenniumsziel der Vereinten Nationen vorzeitig erreicht. Bis 2016 soll die extreme Armut in Brasilien überwunden sein. [...]

Den vollständigen Beitrag aus dem Kundenmagazin "Marktbeobachtung Juni 2011" von HSBC Trinkaus finden Sie als PDF-Datei im Anhang!
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