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Wissenswertes zum schwarzen Gold

Lars Brandau
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Autor Lars Brandau
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Wissenswertes zum schwarzen Gold
Expertenkolumne von Lars Brandau (Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands)

Ökonomen und Analysten zufolge sind einige der globalen Megatrends der Zukunft Rohstoffe, Klimawandel, Wasserknappheit, Infrastruktur und Energie. Trends, die sich aufgrund der immer stärkeren Eigendynamik durch die Industrialisierung Chinas und Indiens nach Expertenmeinungen auch von Krisen nicht aufhalten lassen. Insbesondere gelte das für den globalen Energiesektor. Grund: das Ende des Ölzeitalters und eine allgemeine Energieverknappung.

Vom Ende des Ölzeitalters ist bei den Zertifikate-Anlegern allerdings bisher noch nichts zu spüren. Kein Wunder, denn Erdöl ist ein begehrtes Gut und noch immer der wichtigste Energielieferant weltweit. Auch bei deutschen Privatanlegern gehört Erdöl zu den beliebtesten Basiswerten. Das hat der DDV zum Anlass genommen, sich ein wenig näher mit diesem Rohstoff in seiner Reihe Beliebte Basiswerte zu beschäftigen.

Rein physikalisch betrachtet ist Erdöl ein hauptsächlich aus Kohlenwasserstoff bestehendes Stoffgemisch. Es ist in der Erdkruste eingelagert und besteht aus mehr als 500 Komponenten. Die Dichte von Erdöl liegt zwischen 0,82 und 0,94g/cm3 und ist damit geringer als die Dichte von Wasser, die bei ca. 1g/cm3 liegt. Als Maßeinheit für Erdöl dient das Barrel, ein Hohlmaß, das 42 US-Gallonen bzw. 35 britischen Gallonen entspricht. Dies sind 158,99 Liter. Mit einem Anteil von 12,90 % an der Weltförderung belegt Russland den ersten Platz unter den Erdölförderern, gefolgt von Saudi-Arabien mit 12,00 % und den USA mit 8,70 %. Am 31. März 1986 hatte der Erdölpreis seinen niedrigsten Stand bei 10,25 Dollar pro Barrel. Mit 145,31 Dollar pro Barrel war Erdöl nie teurer als am 3. Juli 2008.

Für den Privatanleger stehen derzeit rund 18.100 strukturierte Produkte mit dem Basiswert Erdöl zur Verfügung. Je nach Markterwartung und Risikoneigung kann aus ca. 1.600 Anlage-Zertifikaten und ca. 16.500 Hebelprodukten das passende Produkt gewählt werden.

Allerdings ist nicht nur der Öl-Preis der einzige Parameter, der den Wert eines Investments mitbestimmt. Bei einer Anlage in Öl- Zertifikate sollten Privatanleger zum Beispiel Währungsschwankungen und Terminmarktbesonderheiten beachten. Seit jeher wird Öl an den internationalen Warenterminbörsen in US-Dollar gehandelt. Das bringt Währungsrisiken für den Anleger mit sich. Daher gibt es bei den Öl-Zertifikaten sogenannte Quanto-Zertifikate, die das Wechselkursrisiko ausschalten.

Zudem sollten sich Anleger über die Eigenheiten der Terminmärkte bei Öl informieren. Denn Zertifikate beziehen sich auf den an den Terminbörsen festgestellten Futures-Preis. Diese Kontrakte haben aber eine Fälligkeit. Das bedeutet für den Zertifikate-Emittenten einen Wechsel in den nächsten Kontrakt. Eine Auswirkung auf den Kurs des Zertifikats hat nun, ob der neue Future über oder unter dem aktuellen Marktpreis des Öls liegt. Liegt er darüber, kommt es zu so genannten Rollverlusten, was auch als Contango bezeichnet wird.

Wichtig zu wissen ist: Investments in Öl sind kein Selbstläufer und Anleger müssen sich umfassen informieren. Denn selbst bei einfachen Index- Zertifikaten, die das Auf und Ab des Ölpreises nachvollziehen, spielen mehr Faktoren eine wichtige Rolle als nur der Preis für ein Fass Öl.

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Autor
  • Lars Brandau
    Lars Brandau

    Lars Brandau (* 27. November 1965 in Hannover) ist ein deutscher Journalist und Fernsehmoderator. Lars Brandau machte 1987 sein Abitur und absolvierte anschließend seinen Wehrdienst. Nach seinem Examen in Politik und Germanistik war er beim Hörfunk im Regionalstudio Hannover tätig. Nebenbei war er freier Mitarbeiter bei Radio FFN und ab 1989 Sprecher von...

Herausgebende Organisation
  • Deutscher Derivate Verband DDV
    Deutscher Derivate Verband DDV

    Der Deutsche Derivate Verband ist ein Interessenverband von 18 führenden Emittenten derivativer Wertpapiere mit Sitz in Frankfurt am Main. Weitere Büros werden in Berlin und Brüssel unterhalten, um die Arbeit auf europäischer Ebene zu unterstützen und voranzutreiben. Der Verband ist der grö