Veröffentlicht am 30.04.2014

Zwei Themen stehen unsere Meinung hier im Mittelpunkt:

 

Erstens das Umdenken in Richtung Serviceinnovation, denn in der Wirtschaft findet gerade ein gravierender Paradigmenwechsel statt. Während wir uns am Standort Deutschland bisher auf Produktinnovation konzentriert haben, wird es künftig darum gehen, Konsumenten jederzeit und an jedem Ort mit der für ihn passenden Kombination von Produkten und Dienstleistungen zu bedienen. In der Industrie 4.0 entstehen Smart Products und es wird in einem zweiten Schritt darum gehen, diese intelligenten Produkte mit physischen und digitalen Dienstleistungen zu Smart Services zu kombinieren sowie flexibel und bedarfsgerecht „as a Service“ zur Verfügung zu stellen.

 

Dazu benötigt man Daten – und damit sind wir beim zweiten Thema, das unseres Erachtens in den Fokus rückt: Die Unmengen an Daten, die in Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen und dem Internet anfallen (Big Data), ermöglichen Unternehmen – sofern sie mit entsprechender neuer Technologie und Data Science wie Predictive Analytics ausgewertet als auch genutzt werden − Bedarfe zu prognostizieren und automatisiert Entscheidungen zu treffen. Damit lässt sich die Zukunft nicht nur präzise vorhersagen, sondern auch besser planen und steuern.

 

Hier ist spezielles Know-how von Datenexperten und Softwareunternehmen gefragt, aber auch Know-how in den Fertigungsunternehmen selbst, um Daten verfügbar und effektiv nutzbar zu machen. Dabei kommt es auch auf die flexible Vernetzung der einzelnen Player und Infrastrukturen an: Fertigung, Softwareanbieter, Dienstleister, Maschinen, Services etc. Das wird auch andere und neue Angebots- und Abwicklungswege notwendig machen.

 

Ein Beispiel:

Zukünftig arbeiten Produzenten als „Servicebüros“, d. h. dass zum Beispiel ein Rasenmäher über Otto verkauft wird, die Produktionsbestandteile von einem „Servicebüro“, bei dem sie gefertigt wurden, mit einem Code (aktuell RFID) versehen werden. Zur Endmontage treffen sie bei einem weiteren „Servicebüro“ ein, werden automatisiert zusammengebaut und dann automatisiert durch einen Logistiker zum Otto-Endkunden gebracht.