Veröffentlicht am 23.10.2013

Die Arbeitswelt unterliegt einem stetigen Wandel – Arbeit neu zu definieren ist also nicht auf die Jetzt-Zeit beschränkt, sondern ein permanenter Vorgang, der uns spätestens seit der Industrialisierung begleitet. Zu beobachten ist bestenfalls ein beschleunigter Wandel, insbesondere seit dem Aufkommen des Internet und den damit verbundenen technischen Möglichkeiten, die unsere Arbeitswelt verändern.
In den wohlhabenden Staaten findet vor diesem Hintergrund eine zunehmende Flexibilisierung, Virtualisierung und Automatisierung der Arbeit statt. Zudem verschiebt sich Arbeit in diesen Staaten inhaltlich immer mehr in den tertiären Sektor (Dienstleistungen), während Erwerbsarbeit gleichzeitig knapper bzw. in „Niedriglohnländer“ verlagert wird.
Wie geht es also weiter mit BPM? Trends wie die Virtualisierung, Flexibilisierung und Automatisierung der Arbeit gehen einher mit dem verstärkten Einsatz moderner IT-Systeme. Es wird für Unternehmen also künftig noch mehr darauf ankommen, die IT-Systeme in Dienste zu bündeln und so zu koordinieren, dass sie auf die Geschäftsprozesse abgestimmt und den Mitarbeitern, Lieferanten oder Kunden passgenau zur Verfügung gestellt werden. Der „Orchestrierung“ der ITSysteme und Dienste im Sinne einer Serviceorientierten Architektur (SOA) sowie der Anwendungsintegration (EAI), die die Komplexität der einzelnen Applikationen für den Anwender hinter standardisierten Schnittstellen verbirgt, wird im BPM also eine zentrale Bedeutung zukommen.

Ziele der BPM-Aktivitäten werden (neben Kosteneinsparungen) das Erreichen einer höheren Flexibilität der Geschäftsprozesse durch Wiederverwendung bestehender Services und die Ausführung der Prozesse in einer integrierten Anwendungslandschaft sein. Die Unternehmen werden ihre Geschäftsprozesse so noch flexibler und effizienter organisieren können. Wichtig werden dabei die Ausrichtung der BPM-Aktivitäten an den Unternehmenszielen sowie die Verknüpfung von Konzeption, Modellierung, ausführenden Systemen und - zur Messung der Zielerreichung und der Prozessefizienz - das Controlling sein.
Eine wachsende Bedeutung bei den Anwendungen, die es hierbei zur bestmöglichen Ausführung der Geschäftsprozesse zu integrieren gilt, wird dabei der „Social Software“ mit den Schwerpunkten Informationsmanagement, Kollaboration, Kommunikation und Vernetzung zukommen. Erste vorsichtige Ansätze im BPM, Technologien wie Wikis, Netzwerke, Blogs etc. einzubinden, sind bereits heute zu erkennen. Hier wird derzeit aber erst ein kleiner Teil der erkennbaren Potenziale gehoben. 

Der Arbeitsbegriff unterliegt einem stetigen Wandel. Dieser Wandel führt nicht zwangsläufig zu einer Neudefinition, wohl aber zu neuen inhaltlichen Schwerpunkten der Arbeit. Gleichzeitig bieten sich neuartige technologische Möglichkeiten, die Arbeit und die Arbeitsprozesse zu gestalten. BPM trägt diesem Wandel der Arbeit am besten dann Rechnung, wenn es die neuen technologischen Möglichkeiten aufgreift und in die Ausgestaltung der sich ändernden Geschäftsprozesse integriert. Die Automatisierung von Prozessen und Prozessschritten ist dabei kein „Allheilmittel“, sondern dort sinnvoll, wo sie Mitarbeiter entlasten und wo Freiräume für die neuen inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte gebraucht und geschaffen werden. Grenzen muss die Automatisierung dort kennen, wo Eigeninitiative und Kreativität der Mitarbeiter gefordert sind und wo die Erreichung der Unternehmensziele nicht durch Standardisierung oder durch starre Vorgaben gefährdet wird. Und im wachsenden Wettbewerb um die besten Köpfe wird BPM dann zum Unternehmenserfolg beitragen, wenn es die Menschen mit ihrem Wissen in die bestmögliche Ausgestaltung ihrer Arbeit durch die ziel- und bedarfsorientierte Bereitstellung von integrierten IT-Systemen zur Arbeitsunterstützung einbindet.