Veröffentlicht am 08.06.2010

Jubiläum für einen InterCity der besonderen Art: Seit zehn Jahren schickt DHL Nacht für Nacht Pakete im InterCity auf die Reise. Im Fernverkehrszug Parcel InterCity, den die Deutsche Bahn gemeinsam mit DHL betreibt, reisen die Pakete nicht nur zuverlässig und schnell, sondern auch besonders umweltfreundlich: Rund 60 Lkw-Fahrten werden durch die nächtlichen Schienentransporte auf der erfolgreichen Nord-Süd-Verbindung eingespart.

Eigentlich ist der InterCity als schnelle Reisezugverbindung zwischen den großen Städten bekannt. Doch wenn er sich abends als Parcel InterCity auf den Weg macht, sind seine Passagiere Pakete und Päckchen. Der Parcel InterCity fährt seit dem Jahr 2000 nachts vom hohen Norden in den tiefen Süden: Nachdem in Hamburg die Pakete aus dem Paketzentrum Hamburg-Allermöhe verladen wurden, macht er sich um halb neun abends auf zu seinem ersten Halt, dem Bahnhof Hannover. Das eigentliche Ziel des Zuges liegt aber in Bayern: Sechs Wagen sind für Pakete und Päckchen nach Nürnberg reserviert, die im Paketzentrum Feucht bearbeitet werden, die restlichen sechzehn Wagen fahren nach München. Dazu muss der Zug in Würzburg geteilt werden. Um 2:58 Uhr erreicht der eine Teil Nürnberg, um 4:18 Uhr kommt der andere Teil in München an. Parallel fährt ein zweiter Zug in umgekehrter Richtung von München und Nürnberg nach Würzburg und wird dort zusammengeführt für den weiteren Weg über Hannover nach Hamburg.

Auslastung garantiert

Doch warum setzt DHL mit dem Parcel InterCity auf die Schiene? Olaf Luther, Referent im Bereich Netzbetrieb Brief/Paket bei der Deutschen Post DHL, kennt die Gründe: „Der InterCity legt einen Großteil der Strecke mit einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern zurück. Da kann kein Lkw mithalten. Außerdem können wir deutlich größere Mengen auf einmal transportieren. Und nicht zuletzt entlasten wir mit dem Transport auf der Schiene die Umwelt ganz ordentlich: Jährlich sparen wir gegenüber dem Straßentransport etwa 1.300 Tonnen CO2 ein – und das bei rund 8,5 Millionen Paketen im Jahr.“ Dazu kommt die hohe Zuverlässigkeit, die den Zug gegenüber stauanfälligen Straßentransporten attraktiv macht: Nach einem festen Fahrplan fährt der Parcel InterCity jede Nacht von Montag bis Freitag durch Deutschland. Das garantiert feste Be- und Entladezeiten und verhindert Leerlauf und Wartezeiten an den Umschlagbahnhöfen.
Davon profitieren übrigens nicht nur die Kunden von DHL: Zwar ist das Unternehmen der Auftraggeber des Parcel InterCity, es wird aber darauf geachtet, dass der Zug stets vollständig ausgelastet ist. Das heißt: Der verbleibende Platz auf dem Zug, etwa 70 Prozent der Stellplatzfläche, wird anderen Logistikern angeboten, so dass kein Waggon leer mitfährt. Das sorgt für eine Auslastung von über 90 Prozent – ein zusätzlicher Faktor in Sachen umweltverträgliche Logistik.

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