Veröffentlicht am 10.11.2004

Hintergrund und Durchführung der Studie
Die Kommunikation im deutschen Gesundheitswesen ist geprägt durch den Einsatz vielfältiger Medien. Durch die Heterogenität dieser Medien kommt es im Rahmen von institutionsübergreifenden Kommunikationsprozessen zu ablauforganisatorischen Problemen. Medizinische Leistungserbringer („Health Professionals“) dokumentieren ihre Befunde in jeweils eigenen Karteikarten oder Patientenakten. Aufgrund dieser Verfahrenweise kann es zu Informationsverlusten in Kommunikationsprozessen kommen. Der Einsatz von IT soll diesem Problem begegnen und Kommunikationsprozesse entlang der Versorgungskette harmonisieren. Geplant ist hierfür, aufbauend auf der elektronischen Patientenkarte, die Einführung einer elektronischen Patientenakte (ePA) um eine institutonsübergreifende Informationsversorgung der Leistungserbringer mit Gesundheitsdaten zu gewährleisten. Einigkeit herrscht darüber, dass die elektronische Patientenakte der zentrale Informationsspeicher der Krankengeschichte eines Patienten ist und damit ein bedeutsames Element der Modernisierungsbemühungen des deutschen Gesundheitswesens darstellt. Für den Betrieb der elektronischen Patientenakte werden derzeit verschiedene Modelle diskutiert, die die Qualität der medizinischen Versorgung von Patienten verbessern sollen. Im Wesentlichen sind dies die patientengeführte ePA beim Hausarzt, die vernetzte ePA beim Hausarzt sowie die fallorientierte ePA. Die Rahmenbedingungen der Betreibermodelle sollen durch diese Erhebung untersucht werden, wobei das Modell der patientengeführten ePA im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht. Dieses ermöglicht dem Patienten ein hohes Maß an informeller Selbstbestimmung, die der Patient aber nur wahrnehmen kann, wenn er hinsichtlich der Vergabe von Zugriffsrechten durch medizinisches Fachpersonal beraten wird. Problematisch ist hierbei, dass der Patient zwar über die Zugriffsrechte entscheidet, er aber nicht die medizinische Kompetenz besitzt, eine nach seiner Interessenlage adäquate Entscheidung zu treffen. Der Arzt wiederum ist hierzu in der Lage, sollte aber aus Gründen des Datenschutzes nicht automatisch alle Daten einsehen können. Das Beratungsgespräch ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor für dieses Betreibermodell und bildete daher den Schwerpunkt der Umfrage.

Downloads

Seite: 1 von 4
  • Seite 1
  • Seite 2
  • Seite 3
  • Möchten Sie weiterlesen?

    Weitere Seiten warten auf Sie. Laden Sie jetzt das vollständige Dokument (6 Seiten) als PDF-Datei herunter, völlig kostenfrei!