Veröffentlicht am 20.06.2005

Ist Software-gestützte Zeitwirtschaft heute noch ein Thema, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt? Wenn man in letzter Zeit Gespräche über Zeitwirtschaft mit Personalleitern oder Geschäftsführern führt, entsteht der Eindruck, Zeitwirtschaft ist heute eher ein notwendiges Übel. Zeitwirtschaft „hat man heute“ im Unternehmen und man nutzt sie für die unvermeidlichen administrativen Vorgänge. Darüber hinaus ist das Thema eigentlich keine Diskussion wert. „Darum kümmert sich die Personalabteilung“, die damit eine weitere lästige, aber notwendige Aufgabe administriert und ihren Ruf als eher unproduktive Einheit zementiert. Und der kostenbewusste kaufmännische Leiter fragt sich: Kann man das nicht auch outsourcen? Oder kann man sich dieses lästigen Themas nicht durch die Einführung von Vertrauensarbeitszeit entledigen?

Ist das die zutreffende Beschreibung von Sinn und Rolle der Zeitwirtschaft? Das hängt wohl davon ab, was man unter dem Begriff versteht und welche Ziele man damit verfolgt. Lange Zeit wurde Zeitwirtschaft als Kontrollinstrument verstanden. Diese Funktion hat heute ausgedient. Wer ein Zeitwirtschaftssystem zur Kontrolle der Anwesenheiten benötigt, hat ein gravierendes Führungsproblem und sollte sich primär um dieses kümmern. Zeitwirtschaft erfüllt auch notwendige administrative Aufgaben: Sie unterstützt die Umsetzung gesetzlicher Dokumentationspflichten und vereinfacht die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Wer Zeitwirtschaft aber auf diese Themen reduziert, verschenkt wichtige Informationen und verhindert notwendige Beiträge zur Steigerung der Unternehmensproduktivität. Dass die Zeitwirtschaft in den unternehmensinternen und öffentlichen Diskussionen in den Ruf der verstaubten Administration geraten ist, legt den Schluss nahe, dass diese Reduktion des Themas heute in vielen Unternehmen die Praxis wiederspiegelt.

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